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Kritik an Fällarbeiten : Fissauer über Holzeinschlag entsetzt

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Anlieger des Wolfsberges kritisieren die Stadt für die Beseitigung von sieben großen Douglasien. Das Rathaus kontert: Die Bäume hätten eine Gefahr für die Nachbarn dargestellt.

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erstellt am 15.Feb.2014 | 14:30 Uhr

Motorsägen sorgen in diesen Tagen vielerorten für eine dichte Geräuschkulisse. Das gilt auch für das Wohngebiet zwischen Sielbecker Landstraße und Kellersee in Fissau. Dort wurden nicht nur in privaten Gärten Bäume beschnitten und gefällt, sondern auch sieben groß gewachsene Nadelbäume auf einem Hanggrundstück, das der Stadt gehört und Grundstücke zwischen der Sielbecker Landstraße und der Parallelstraße Wolfsberg trennt.

Blankes Entsetzen hat der Kahlschlag bei dem Anwohner Wolfgang Petschukat ausgelöst, der versichert, dass er mit dieser Reaktion nicht der einzige Wolfsberg-Bewohner ist. Als die Mitarbeiter einer Firma die Fällarbeiten am Sonnabend begannen, rief er die Polizei in der Hoffnung, die Arbeiten stoppen und die Bäume retten zu können. Die Polizei kam zwar, rückte aber unverrichteter Dinge wieder ab, weil sie keinen Anhaltspunkt für ein illegales Handeln sah.

Für Petschukat ist diese deutliche Lichtung des Hangwäldchens unverständlich und ein Frevel gegen die Natur: Die betroffenen Bäume hätten keine Gefahr dargestellt. Die stattlichen Nadelbäume seien aber Heimstatt von seltenen Tieren gewesen, wobei Petschukat sowohl Schleiereulen als auch Waldkäuze nennt.

Außerdem sei im Bebauungsplan Nummer 17 für das städtische Gelände ausgewiesen, dass dort großwüchsige Bäume gepflanzt oder erhalten werden müssten. Bei den gefällten Bäumen handele es sich eindeutig um so definierte Bäume.

Erbost hat Wolfgang Petschukat außerdem die Tatsache, dass die Anlieger über die Fällaktion nicht im voraus informiert worden seien. Und er vermutet, dass mit dem Kahlschlag dem Wunsch von Eigentümern höher gelegener Grundstücke nach mehr Sonnenlicht und besserer Sicht auf den Kellersee entsprochen worden sein könnte.

Die meisten Vermutungen Petschukats stimmten nicht, sagt die für diese Fällaktion zuständige Sarah Fick aus der Liegenschaftsabteilung der Stadtverwaltung dem OHA. Die Entscheidung, sieben Douglasien zu fällen, sei allein aus Gründen der Sicherheit gefallen: Die Bäume hätten eine Gefahr für benachbarte Grundstücke dargestellt. Eine Douglasie sei schon abgestorben gewesen, die anderen hätten viel Totholz enthalten und Schrägneigung entwickelt. Außerdem seien die Bäume von Efeu bewachsen gewesen, das den Pflanzen regelrecht die Luft abgedrückt habe.

Vor diesem Hintergrund und der Verkehrssicherungspflicht der Stadt sei die Entscheidung gefallen, die Douglasien zu fällen. Andere Bäume seien nicht betroffen, die verbliebenen Laubgehölze bekämen nun mehr Luft.

Zum B-Plan 17 stellt Sarah Fick fest, dass dieser keine Geltungskraft mehr habe. Die betroffenen Bäume fielen auch nicht unter den Schutz einer Satzung. In die Entscheidung zum Fällen sei die Umweltbeaufragte der Stadt einbezogen gewesen. Für eien Beteiligung der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises habe keine Notwendigkeit bestanden. Auf die Frage, warum die Arbeit an einem Sonnabend begonnen hatte, wies die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung auf die Terminplanung der beauftragten Firma.

Ein Wunsch von Anliegern nach besserer Sicht habe bei diesem Vorgang keine Rolle gespielt, versicherte Sarah Fick: „Solche Wünsche erfüllt die Stadt nicht.“

 

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