zur Navigation springen

Dorschaftsversammlung : Fissau „nicht optimal inszeniert“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Zwei junge Städteplanerinnen fanden in der Dorfschaftsversammlung viel Aufmerksamkeit / Diskussionen über den B-Plan 121

von
erstellt am 09.Apr.2014 | 14:15 Uhr

Das touristische Potenzial in Fissau ist groß, wird aber durch veraltete Erscheinungsformen in Gastronomie und Ortsbildgestaltung blockiert. „Dornröschen, wach auf!“, haben deshalb Ramona Groß und Anika Slawski, zwei ehemalige Studentinnen der Hafencity Universität Hamburg, ihre Examensarbeit für ein städtebaulich-touristisches Konzept für Fissau betitelt.

Von ihren Professoren erhielten sie dafür die Note „sehr gut“, und auch bei der Dorfschaftsversammlung im Gasthaus Wittenburg erntete ihr Vortrag Beifall und Anerkennung. Neun Monate hatten sich die beiden Frauen in Fissau umgesehen, die Ortsgeschichte erforscht, Ideen für Umgestaltungen entwickelt, touristische Trends bewertet. Ihre Bestandsanalyse ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Der Naturraum am Kellersee wird nicht optimal inszeniert. Die touristischen Einrichtungen sind sanierungsbedürftig.“ Leitidee für die künftige touristische Entwicklung müsse die regionale Identität sein; für die habe der Ort mit seiner Einbettung in den Naturpark Holsteinische Schweiz, dem Kulturangebot und dem historischen Erbe viele Facetten aufzuweisen. Dies könne auf einer Kunst- und Historienroute verbunden werden. In ihren Entwurfsszenarien dazu sehen die
beiden Städteplanerinnen die Leonhardt-Boldt-Straße als verkehrsberuhigte Promenade, schlagen einen Erlebnissteg über den Kellersee und hinauf zum Kaiser-Wilhelm-Turm vor, empfehlen eine Park-Konzeption für die Grünfläche neben dem Fissauer Fährhaus. Und sie plädieren für die „Revitalisierung“ der einstigen „ersten Gasthäuser“ am Platze.

Bernd Rubelt, Leiter des Stadtbauamtes, zeigte sich von der „sehr professionellen“ Konzeptstudie angetan: „Das ist ein kleines Isek für Fissau.“ Aufgrund der Notwendigkeit, bald die Schwentine-Brücke am Kellersee zu sanieren, halte er es für sinnvoll, die Promenaden-Idee ernsthaft zu prüfen: „Vielleicht können wir so einen Teil der 500 000 Euro sparen, die im Haushalt für die Brücke eingeplant sind.“

Auch Dorfvorsteherin Brigitte Tiesch nannte den Vortrag „sehr anregend“. Für längere Diskussionen sorgte dann der B-Plan 121, mit dem an der Sielbecker Landstraße auf dem Gelände der ehemaligen Tankstelle eine neue Wohnbebauung geregelt werden soll. Dass dabei zur Straßenfront zweigeschossig gebaut werden könne, weckte einige Kritik. Rubelt verwies auf bestehende Rechte dazu und betonte, dass die Stadt mit dem B-Plan eine intensivere Nutzung des gesamten Areals ausschließe. Der Eigentümer hob entgegen anderslautenden Unkenrufen im Saal hervor, dass er das alte Pensionsgebäude nicht abreißen werde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen