EUTIN : Fische verenden im Graben

Fischwirtschaftsmeistgerin Sabine Schwarten nimmt traurig die kleinen, toten Fische in die Hand. Sie waren in den Gräben zum Kleinen Eutiner See gefangen und verendet.  Fotos: Michael Kuhr
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Fischwirtschaftsmeistgerin Sabine Schwarten nimmt traurig die kleinen, toten Fische in die Hand. Sie waren in den Gräben zum Kleinen Eutiner See gefangen und verendet. Fotos: Michael Kuhr

Eutiner Fischwirtschaftsmeisterin Sabine Schwarten klagt über verhängnisvoll niedrigen Wasserstand im Keinen Eutiner See

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14. November 2018, 11:18 Uhr

Für die Eutiner Fischwirtschaftsmeisterin Sabine Schwarten ist es kein schöner Anblick. Hunderte von kleinen Fischen sind in den Gräben verendet, die in den Kleinen Eutiner See führen. Und noch schlimmer: viele tausend Jungfische schwimmen in den übrig gebliebenen und immer weniger Sauerstoff haltenden Pfützen in den Gräben.

Der Grund: Der See hat einen zu niedrigen Wasserstand. „Das sind immer noch die schlimmen Auswirkungen des extrem trockenen Sommers“, weiß Sabine Schwarten, die auch den Kleinen Eutiner See bewirtschaftet. Und dem See fehlten immer noch mindestens rund 25 Zentimeter an Wasserstand. Das sei vor allen Dingen für die sömmrigen – also in diesem Sommer geborenen – Fische fatal. Der See habe keine natürlichen Zuflüsse und speise sich lediglich vom Oberflächenwasser seiner Umgebung.

Die etliche tausend jungen Fische hielten sich überwiegend in den noch wenigen Schilfzonen des Kleinen Eutiner Sees auf. Doch das ohnehin schon durch Gänsefras dezimierte Schilf, ihren Kinderstuben im Sommer, ergibt sich langsam der kalten, herbstlichen Jahreszeit und die Fische suchen sich neuen Unterschlupf, der sie vor ihren Fressfeinden schützen soll.

Diesen Schutz finden sie unter überhängenden Zweigen von Bäumen am Ufer, im Wasser liegenden Bäumen oder eben in den Gräben, die zum kleinen See führen. Dann nämlich, wenn die Gräben durch Regen Wasser führen, das in den See läuft, schwimmen sie ihrem Trieb folgend und Schutz suchend dort leicht gegen den Strom hinein. Doch wenn der Regen nachlässt, dann verlieren die Gräben wieder ihre Verbindung zum Kleinen Eutiner See und fallen gleich teilweise wieder trocken. So sind die Fische in den Gräben gefangen.

„Es handelt sich bei den Fischen um kleine Plötze“, sagte Sabine Schwarten. Sie dienten den im Kleinen Eutiner See lebenden Raubfischen als Nahrungsgrundlage, würden aber auch von ihr abgefischt und in andere Gewässer als Nahrungsgrundlage für andere Raubfische gebracht. Durch den niedrigen Wasserstand könnte es am Ende also zur Verknappung von Futterfischen kommen und damit wieder zu einer Verknappung von schmackhaften Raubfischen, mit denen die Eutiner Fischerin ihren Lebensunterhalt verdient.

Für die eingeschlossenen Fische gibt es keine Hilfe. „Hier kann nur Petrus helfen“, blickte Sabine Schwarten hoffnungsvoll in den Himmel. Selbst, wenn sie die Fische in mühsamer Arbeit wieder in den See geben würde, schwämmen sie wieder Schutz vor Fischräubern suchend aus dem See zurück in die kleinen Gräben. Das sei ein ganz natürliches Verhalten.

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