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Ostholsteiner Anzeiger

21. November 2017 | 13:20 Uhr

„Finanzthemen sind nicht trocken“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Kinder- und Jugendbeirat der Stadt Oldenburg wurde von Ministerin Monika Heinold zu einem Besuch des Finanzministeriums in Kiel eingeladen

von
erstellt am 25.Okt.2017 | 12:48 Uhr

Es war ein Gegenbesuch: Im Rahmen ihrer Sommertour unter dem Motto „Zeig mir deine Stadt!“ hatte sich Finanzministerin Monika Heinold in Oldenburg (Ostholstein) über die Arbeit des städtischen Kinder- und Jugendbeirates informiert. Diese Woche empfing sie den Beirat im Finanzministerium einem Wunsch entsprechend, der in Oldenburg geäußert worden war.

„Ich bin beeindruckt, wie engagiert die Jugendlichen sich in das politische Geschehen einbringen,“ sagte die Ministerin, die sich zunächst über den aktuellen Stand der Jugendbeteiligung und Projekte in Oldenburg informieren ließ. Anschließend gab es für die Kinder und Jugendlichen einen Rundgang durch das Haus mit Einblicken in die Arbeit der verschiedenen Abteilungen.

Im Gespräch mit dem Leiter der Steuerabteilung, Stephan Ramm, erfuhren die jungen Gäste am Beispiel der Mehrwertsteuer, dass sie selbst alltäglich mit Steuerfragen in Berührung kommen. In der für Haushalt und Beteiligungen zuständigen Abteilung wurde die Aufstellung eines Landeshaushaltes geschildert. „Mir war es wichtig, den Jugendlichen die spannende Arbeit des Finanzministeriums näher zu bringen. Häufig werden Finanzthemen als trocken und verstaubt wahrgenommen, doch das Gegenteil ist der Fall: Hier fallen Entscheidungen, die auch das Leben von jungen Leuten ganz konkret berühren. Ob der Ausbau von Kindertagesstätten oder die Sanierung von Schultoiletten – letztendlich geht unglaublich viel über meinen Schreibtisch“, so Heinold. Auch die Kinder- und Jugendbeteiligung fördere das Land finanziell: Seit 1989 hätten das Deutsche Kinderhilfswerk und das Land mit dem Landesfond „Schleswig-Holstein – Land für Kinder“ gemeinsam Hunderte an Projekten gefördert. Aktuell stünden für die Gemeinschaftsaktion jährlich 80 000 Euro vom Land zur Verfügung. Das Deutsche Kinderhilfswerk stelle zusätzlich 20 000 Euro bereit.

Die Unterstützung von Kinder- und Jugendbeteiligung liege ihr besonders am Herzen, sagte Heinold: „Ich war selbst mehrere Jahre beruflich in der Kinder- und Jugendarbeit aktiv. Mein erstes Ehrenamt habe ich als 15-Jährige wahrgenommen. Ich habe mich damals in der Jugendarbeit erfolgreich für die Einrichtung eines Jugendraumes eingesetzt. Deshalb weiß ich, wie wichtig es ist, dass junge Menschen in Kinder- und Jugendvertretungen konkret an politischen Entscheidungen mitwirken können, die ihr direktes Lebensumfeld berühren. So lernen sie demokratische Prozesse hautnah kennen und machen uns Erwachsene immer wieder auf ihre Anliegen aufmerksam, die wir leider allzu oft übersehen.“

Fachlich zuständig für die Kinder- und Jugendbeteiligung und für die Förderung von Projekten ist allerdings das Sozialministerium.

Ein Hingucker beim Rundgang durch das Finanzministerium war das im Eingangsbereich ausgestellte alte Finanzamt, das aus dem Steuermuseum im Bildungszentrum der Steuerverwaltung in Malente stammt. Die Arbeit mit Schreibmaschine und Lochkarten statt mit Notebook und Smartphone schien für die nach der Jahrtausendwende geborenen Jugendlichen unwahrscheinlich weit weg. „Dabei ist es noch gar nicht lange her, dass so gearbeitet wurde“, betonte die Ministerin. Der Besuch endete mit einem Rundgang durch den Landtag und einer Fahrt im Paternoster des Landeshauses.

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