Plön : Fielmann-Kolloquium: Gutes Sehen erhöht die Sicherheit

Die Referenten des 15. Fielmann Akademie Kolloquiums
Die Referenten des 15. Fielmann Akademie Kolloquiums

Das 15. Fielmann Akademie Kolloquium auf Schloss Plön hatte das Thema "Sehen im Straßenverkehr".

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23. November 2011, 12:24 Uhr

Plön | Bunte Blätter an den Bäumen und blauer Himmel sind die schönen Seiten des Herbstes. Nebel, spiegelnde Straßen und Dunkelheit führen aber auf der anderen Seite zu schlechterer Sicht im Straßenverkehr. Über 90 Prozent der verkehrsrelevanten Informationen werden beim Fahren mit den Augen aufgenommen.

In der dunklen Jahreszeit steigen die Sehanforderungen im Straßenverkehr. Kürzlich trafen sich in der Fielmann Akademie Schloss Plön über Hundert Augenoptiker, Augenärzte und Vertreter der augenoptischen Industrie aus ganz Deutschland, um sich über die Bedeutung des Sehens für die Verkehrssicherheit auszutauschen.

Rechtzeitiges Erkennen einer Verkehrssituation ist Voraussetzung für eine angemessene Reaktion, so Prof. Dr. Hans-Jürgen Grein, Leiter für Wissenschaft und Lehre an der Fielmann Akademie, bei der Eröffnung des Kolloquiums. Trotz der großen Bedeutung des Sehsinnes für die Sicherheit im Straßenverkehr werden die Augen nur einmal im Leben zur Führerscheinprüfung verpflichtend getestet. Das kann schon mit 17 Jahren passieren. Die Augen verändern sich jedoch zeitlebens. Wiederholungssehteste, besonders auch im höheren Alter, seien deshalb dringend erforderlich.

Die Fähigkeit in der Dämmerung und unter Blendung gut zu sehen, lässt mit zunehmendem Alter nach. Ivonne Krawczyk und Dr. Martin Stritzke von der Fielmann Akademie erläuterten die Ursachen und Auswirkungen eingeschränkten Dämmerungssehens. Verschiedene Augenerkrankungen könnten die Ursache sein. Betroffene sollten sich augenärztlich untersuchen lassen. Ganz besonders tückisch ist der Grüne Star. Die Erkrankung verläuft lange unbemerkt und die Betroffenen merken oft selbst gar nicht, dass sie Teile ihres Gesichtsfeldes nicht mehr wahrnehmen. "Das Gehirn ergänzt einfach fehlende Bildteile", erklärt Prof. Grein. Ein spielendes Kind am Straßenrand wird dann erst wahrgenommen, wenn es im intakten Teil des Gesichtsfeldes auftaucht.

Aber auch mit gesunden Augen gibt es schwierige Sehsituationen im Straßenverkehr. Nicht jedes Brillenglas und jede Brillenfassung sind für den Straßenverkehr gut geeignet. "Die Fassung sollte keinen zu dicken Rand und schmale Bügel haben", erläuterte Schmidt. Der Augenoptiker muss seine Kunden individuell beraten.

Mit moderner Fahrzeugtechnik beeindruckte Dr. Mark Gonter, Fahrzeugentwickler von Volkswagen, die Zuhörer. Er berichtete über moderne Lichtsysteme, die optimale Sicht garantierten, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Intelligente Scheinwerfer könnten immer genau den Teil des Fernlichtes ausblenden, der den Gegenverkehr beeinträchtigt. Diese Technologie wird zukünftig blendempfindliche Autofahrer schützen.

Erkenntnisse aus der Unfallforschung präsentierte Dr. Wolfram Hell von der Ludwig Maximillians Universität München. Er forderte, dass Brillen so stabil sein müssen, dass sie auch bei einem Unfall mit Airbagaufprall nicht zerstört werden. Die Referenten waren sich in der anschließenden Diskussion einig, dass maximale Sehleistung die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht. Jeder Verkehrsteilnehmer sollte im eigenen Interesse seine Sehleistung regelmäßig überprüfen lassen.

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