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Magische Momente auf der Freilichtbühne : Feuerwerk der Noten und Pointen

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Funkelndes Finale für die 63.Spielzeit der Eutiner Festspiele: Gala-Abende bezauberten mit stimmungsvoller Musik und feinen Gesten.

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2013 | 00:31 Uhr

Die beiden jungen Amerikaner, die im Mondschein mit ihren Instrumenten ein letztes Mal von der Freilichtbühne zur Opernscheune strebten, waren ganz beseelt. „Ein unglaublich magischer Moment“ sei das gewesen, schwärmten sie, einfach „unvergesslich“, wie beim Radetzky-Marsch erst das rhythmische Klatschen der Zuschauer, dann das Krachen des Feuerwerks die Musiker begleitet habe. „Fantastic! Wonderful!“

Nicht nur diese zwei Mitwirkenden aus den fernen USA, sondern auch die allermeisten der weit über 3000 Zuhörer aus Norddeutschland dürften zufrieden von den zwei Gala-Abenden der Eutiner Festspiele nach Hause zurückgekehrt sein. Sie bekamen einen munteren, teils zum Mitsummen einladenden Querschnitt aus 200 Jahren populärer Kompositionskunst geboten.

Das von Intendantin Dominique Caron und Generalmusikdirektor Urs-Michael Theus zusammengestellte Programm erfüllte viele Wünsche und Ansprüche an den versprochenen „Sommernachtszauber“, zumal das Wetter erneut trefflich im Bunde mit den Festspiel-Machern war. Der Hexenchor aus Verdis „Macbeth“, der Jägerchor aus Webers „Freischütz“, dazu Kostproben aus Wagners „Tannhäuser“ und Frederick Loewes Musical „My fair Lady“ untermauerten den tragenden Anteil des von Gabriele Pott geleiteten Festspielchores am Gesamterfolg dieser Spielzeit auf der Freilichtbühne.

Bestens aufgelegt führte Rainer Wulff als kundiger Moderator durch den Abend. Die Arie „Casta Diva“ aus Bellinis in der römischen Antike spielenden Oper „Norma“ kündigte er mit kräftigen Seitenhieben auf Politiker wie Guido Westerwelle („spätrömische Dekadenz“) und Silvio Berlusconi an, ergötzte sich an Vornamen-Moden („Justin ist eine Diagnose“) und nahm spontan („Ich setze mich einfach mal drauf“) einen Stuhl in Beschlag, den ein Tontechniker unbedacht an der Bühne stehen gelassen hatte. „Der ist ja gut drauf“, freute sich das Publikum über Wulffs amüsante Ein- und Ausfälle.

Als Solisten verdienten sich aus dem Festspiele-Ensemble Romelia Lichtenstein, Evgenia Grekova, Svitlana Slyvia sowie als Überraschungsgast am Sonnabend die Carmen-Sängerin Milana Butaeva sowie Taras Konoshchenko, James Tolksdorf und als Gast der stimmgewaltige Tenor Xavier Moreno viel Beifall für ihre Arien und Duette aus Oper, Musical und Operette.

Orchester, Sänger und Publikum fest im Griff sowie erkennbar Spaß an dem Ganzen hatte wieder Dirigent Urs-Michael Theus. Spontanen Applaus gab es, als Rainer Wulff die Vertragsverlängerung der Festspiele mit Intendantin Caron bekannt gab. Eine feine Geste war es, überraschend für die Beiden mit Karin Prange von Fehmarn und Waltraut Koch aus Eutin zwei besonders lang und eng den Festspielen verbundene Besucherinnen vor aller Augen zu ehren.

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