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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 15:17 Uhr

Schönwalde : Feuerwehrhaus für eine Million

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schönwalder Bauausschuss empfiehlt Neubau am alten Standort. Peter Seehusen ist für einen zentralen Feuerwehrstandort.

Schon zum Jahrtausendwechsel war der Neubau eines Feuerwehrhauses ein Thema in Schönwalde: Auch damals hatte
die Feuerwehrunfallkasse das Gebäude an der Rosenstraße kritisiert wegen zu vieler Unfallgefahren für die Feuerwehrleute. Der Bauausschuss der Gemeinde ebnete jetzt den Weg für einen Neubau in Fertigbauweise an Stelle des heutigen Bauhofgebäudes. Dessen Mitarbeiter sollen samt Fahrzeugen in das alte Feuerwehrhaus umziehen. Einstimmig empfahlen die Mitglieder des Ausschusses der Gemeindevertretung, in ihrer Sitzung am 25. März den Neustädter Architekten Harm Hoffmann mit der Planung zu beauftragen. Hoffmann schätzt die Kosten für den zweigeschossigen Bau auf 974  000 Euro.

Hinzu kommen Kosten für die Ausstattung des auf 50 Feuerwehrleute ausgelegten Neubaus. Neben getrennten Umkleide- und Sanitärbereichen für Männer und Frauen sowie Lagerräumen im Erdgeschoss bietet der vorgelegte Entwurf im Obergeschoss Platz für einen Sitzungssaal für 60 Personen und Räume für Jugendwehr und Fanfarenzug.

Den Vorabentwurf hat eine Arbeitsgruppe aus Kommunalpolitikern und Feuerwehrleuten mit dem Architekten entwickelt. Die Ausfahrt aus den vier Toren der 13 mal 20 Meter großen Fahrzeughalle führt direkt auf die Bungsbergstraße. Die Zufahrt der Aktiven wird aus Richtung Rosenstraße erfolgen. Für die notwendigen Parkplätze muss die Gemeinde ein etwa 20 Meter breites Grundstück entlang der Landesstraße erwerben. Damit sind im Einsatz die Wege von anrückenden Feuerwehrleuten und ausrückenden Löschfahrzeugen getrennt – eine wesentliche Forderung der Unfallkasse. Nach Schätzungen des Architekten wird die Fertigbauhalle 357  000 Euro kosten. Der Ausbau von Fahrzeughalle und angrenzendem Mehrzweckgebäude schlägt mit weiteren 165  000 Euro zu Buche. Für Heizung und Sanitär, sowie die Lüftungsanlage kalkuliert Harm Hoffmann 245  000 Euro. Mit 97  000 Euro für Abriss und Außenanlagen sowie 110  000 Euro Nebenkosten sind die geschätzten 974  000 Euro erreicht.

Eine Teilfinanzierung hat die Gemeinde bereits im Haushalt 2015 vorgesehen. Weitere Kredite bedürfen aufgrund der angespannten Haushaltslage auch einer Genehmigung durch die Kommunalaufsicht des Kreises. Fördergelder dürfte es, wie es hieß, nicht geben.

Wegen der finanziellen Belastung von jährlich 50  000 Euro über 30 Jahre zur Tilgung des Kredits betonte Peter Seehusen (SPD), er stimme dem Bau in dieser Dimension (für 50 Aktive) und vier Stellplätzen nur in Verbindung mit einer zukünftigen Zentralisierung der Feuerwehrtechnik in Schönwalde zu. Aktuell sind bei der Ortswehr drei Fahrzeuge stationiert und nur gut 30 Männer und Frauen aktiv.

Er spreche, so Seehusen weiter, nur aus, was man sich lange nicht getraut habe, weil man sonst als Gemeindevertreter aus dem Dorf gejagt worden wäre. Da neben dem Feuerwehrhaus auch noch Ersatzbeschaffungen von Löschfahrzeugen für Hobstin und wohl auch Mönchneversdorf auf die Gemeinde zukämen, müsse man ernsthaft über die zentrale Stationierung der immer teurer werdenden Technik nachdenken. Wenn Wehren am Tage wegen mangelnden Personals nicht ausrücken könnten, müssten sie, so Seehusens, an einem Ort zusammengezogen werden.

Harry Linder (CDU) mahnte an, „die Finger von den Ortswehren zu lassen“. Bürgermeister Hans-Alfred Plötner (CDU) verwies auf die Sollstärke von 50 Aktiven, die das Brandschutzgesetz allein für einen Ort in der Größe Schönwaldes vorsehe. Diese Zahl sei auch Grundlage für die Pläne des neuen Feuerwehrhauses.

Der 2013 den Gemeindevertretern vorgelegte Feuerwehrbedarfsplan hatte zudem bereits den Ausschlag für die Beibehaltung des
Gerätehaus-Standortes gegeben. Bei einer Verlegung hätten die Hilfsfristen für alle vier Dörfer der Gemeinde nicht eingehalten werden können. Seehusen betonte, er wolle die Ortswehren erhalten, aber die Technik in einer Zentrale stationieren.





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erstellt am 17.Feb.2015 | 15:00 Uhr

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