Baustopp in Bujendorf: : Feuerwehrgarage ist ein Schwarzbau

Die Arbeit ruht an dem Anbau der Bujendorfer Feuerwehr, jetzt soll erst einmal eine reguläre Baugenehmigung eingeholt werden.
Die Arbeit ruht an dem Anbau der Bujendorfer Feuerwehr, jetzt soll erst einmal eine reguläre Baugenehmigung eingeholt werden.

Carport überschreitet genehmigungsfreie Maße. „Da ist was falsch gelaufen“, gibt Bürgermeister Holger Reinholdt unumwunden zu.

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05. Juni 2014, 04:30 Uhr

„Da ist was falsch gelaufen“, gibt Bürgermeister Holger Reinholdt (Freie Wähler Süsel) unumwunden zu: Der Bau einer Garage durch die Freiwillige Feuerwehr Bujendorf als Anbau an das Feuerwehrhaus ist unplanmäßig ins Stocken geraten. Erst bei Fortschreiten des Baus war in der Gemeinde aufgefallen, dass man für einen Baukörper dieser Größe eine Genehmigung gebaucht hätte. Die soll nun nachgeholt werden.

Bujendorfs Wehrführer Dirk Cordes hält sich bedeckt: „Ich sag da nichts dazu.“ Bürgermeister Reinholdt ist über die Anfrage des OHA auch das Gegenteil von begeistert, schildert aber, wie es zu dem „Schwarzbau“ gekommen war: Die Frage der Bujendorfer Feuerwehr, ob sie mit eigenen Käften und Mitteln ein Carport bauen könne, habe er mit Ja beantwortet. Reinholdt: „Ich ging davon aus, dass es sich um ein Carport handelt, für das man keine Genehmigung braucht.“

Nach Baubeginn habe er allerdings gesehen, dass angesichts der Größe des Baukörpers wohl doch eine Genehmigung notwendig wäre, und er habe einen Baustopp verfügt. Nun sei man dabei, aus dem „Schwarzbau“ ein Gebäude mit Genehmigung zu machen. Reinholdt äußerte die Hoffnung, dass die Bauaufsicht dem Bau zustimmen könne und es nicht zu einer Abrissverfügung komme.

Mit der Einschätzung, dass ein klassisches Carport keine Baugenehmigung braucht, lag der Bürgermeister unter Umständen richtig: Ein Pkw-Unterstellplatz mit einer maximalen Länge von neun Metern und einer Höhe von bis zu 2,75 Metern im Mittel brauche in der Regel keine Genehmigung, sagt Nils Hollerbach, Fachdienstleiter der Bauaufsicht beim Kreis Ostholstein. Im Fall von Bujendorf müsse, da kein Bebauungsplan für den Bereich Am Hahnenbusch vorhanden ist, nach dem Paragrafen 34 Baugesetzbuch entschieden werden, ob sich der Neubau in die vorhandene Bebauung einfüge und zum Beispiel keine Abstandsregeln verletzt werden.

„Fehler können schon mal passieren“, sagte Hollerbach milde, und die Bauaufsicht werde versuchen, diesen Fehler zu heilen. Das bedeute auch, dass Verantwortlichen nicht unbedingt wegen unerlaubten Bauens mit einem Bußgeld rechnen müssten. Und wenn die Gemeinde den Bauantrag stelle, sei es sogar gebührenfrei.

Es gibt freilich auch den denkbar „schlimmsten Fall“: Der wäre eine Abrissverfügung für den Rohbau, wenn er sich als nicht genehmigungsfähig herausstellt. Hollerbach: „Dann würde die Bußgeldstelle des Kreises automatisch auch ein Bußgeldverfahren einleiten.“

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