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Brandschutzkosten : Feuerwehren zahlen für Führerscheine mit

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Feuerwehrfahrzeuge der neusten Generation lassen sich meistens nicht mehr mit Pkw-Führerscheinen steuern. Aber wer zahlt Feuerwehrleuten den Lkw-Führerschein? In Bosau gibt es ein besonderes Modell.

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erstellt am 05.Sep.2013 | 17:12 Uhr

Die neuen ebenso multifunktionell wie teuren Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehren werden immer größer. So manches Feuerwehrhaus musste nach der Anschaffung schon vergrößert oder sogar neu gebaut werden. Aber es gibt noch weitere Kostenfaktoren: Fahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen dürfen nicht mit dem alten Führerschein der Klasse 3 gefahren werden, die neue EU-weite Führerscheinklasse B (Pkw) hat sogar ein Gewichtslimit von nur 3,5 Tonnen, was einem Kleinbus entspricht.

Folglich müssen Feuerwehrleute eine Lkw-Fahrerlaubnis haben. Und die kostet, obwohl für Rettungsdienste ein spezieller Führerschein eingeführt wurde, Geld.

Bei der Finanzierung gibt es in den Komunen unterschiedliche Ansätze. Manche Gemeinden zahlen die kompletten Kosten pro Führerschein – etwa 2000 Euro – klaglos, weil der Brandschutz halt kommunale Aufgabe ist. Andere Gemeinden zahlen auch, verlangen aber von den Feuerwehrleuten, dass sie sich zu einer weiteren aktiven Mitgliedschaft in der Wehr verpflichten – meistens fünf oder zehn Jahre.

Eine Mischung aus beidem als drittes Beispiel hält die Gemeinde Bosau parat. Sie übernimmt maximal 1250 Euro, den Rest muss die Feuerwehr selbst bezahlen – also nicht der einzelne Feuerwehrmann. Der muss sich allerdings mit seinem neuen Führerschein in der Hand fünf Jahre für die Feuerwehr verpflichten.

Bei der Feuerwehr Bosau-Kleinneudorf ist es so: sechs Feuerwehrleute brauchen eine Lkw-Fahrerlaubnis, damit sie das neue Auto zur Einsatzstelle bewegen können. Kostenpunkt, schon sparsam geschätzt, rund 9000 Euro – also 1500 Euro pro Führerschein. Die sparsame Wehr selbst hatte einen Zuschuss von 5500 Euro beantragt, wollte den Rest aus eigener Tasche von Spenden und Mitgliedsbeiträgen zahlen. Durch den mittlerweile festgelegten Zuschuss der Gemeinde von 1250 Euro pro Führerschein wird der Anteil der Wehr voraussichtlich spürbar geringer ausfallen mit etwa 1500 Euro – wenn es bei den1500 Euro pro Fahrerlaubnis bleibt.

Bleibt die Frage, ob die kleinen Ortswehren genug Geld als Anteil für die Führerscheinkosten in ihre Kasse haben. „Das kommt aus den Mitgliedsbeiträgen, den Spenden und den Beiträgen der passiven Mitglieder“, sagte Gemeindewehrführer Andreas Riemke.

Aber die Wehr Bosau-Kleinneudorf sei mit dem bedarf von sechs Führerscheinen schon fast eine Ausnahme. Auf dem Land hätten viele Landwirte, die auch Mitglieder der Wehren seien, von Berufs wegen einen Lkw-Führerschein.

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