Katastropenschutzübung im Kreis Plön : Feuerwehren proben den Deichschutz

Schwerstarbeit: Sandsäcke werden in einer Kette weitergereicht.
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Schwerstarbeit: Sandsäcke werden in einer Kette weitergereicht.

Großübung in Wendtorf: Kommunale Ergänzungszüge des Kreises waren gefordert. Die Ausbildung der Helfer erfolgte an verschiedenen Stationen.

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10. Mai 2015, 13:12 Uhr

Nach tagelangem Regen ist der Wasserpegel des Binnensees massiv gestiegen. Bei Lippe im Kreis Plön droht ein Deich zu brechen. Feuerwehren aus dem gesamten Kreisgebiet und darüber hinaus rücken an, um den Deich zu halten. Der Kreis ist kurz vor der Ausrufung des Katastrophenalarms.

Das war Wirklichkeit im November 2010. Um auf Situationen wie diese vorbereitet zu sein, schult der Kreisfeuerwehrverband seitdem jährlich immer wieder seine Kräfte in Sachen Deichschutz. So auch am Sonnabend auf dem Betriebsgelände des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz in Wendtorf.

Um 7.15 Uhr wird Alarm für die Kräfte der Feuerwehren Probsteierhagen, Bendfeld und Krokau ausgelöst. „Deichbruch bei Wendtorf“, lautete die Meldung. Dann folgen im Stundentakt weitere Alarmierungen: Schwartbuck, Engelau, Satjendorf und Hohenfelde. Verstärkung wird aus Lütjenburg, Sechendorf, Gowens und Behrensdorf angefordert. Wankendorf, Bönebüttel/Husberg, Depenau und Schillsdorf folgen. Kurz nach Mittag rücken Kräfte aus Schellhorn, Großbarkau und Warnau an, außerdem aus Wisch, Brodersdorf und Fahren. Die Freiwillige Feuerwehr Schönberg unterstützt alle mit Logistik.

Zum Glück ist alles an diesem Tag nur eine Übung, aber auch sie erfordert den ganzen Einsatz. „Alles in allem haben wir rund 200 Kräfte alarmiert, die hier in Wendtorf im Stundentakt vor Ort geschult werden“, sagt der Einsatzleiter, Olaf Meier-Lürsdorf. 29 dieser kommunalen Ergänzungszüge im Kreis gibt es. Einmal im Jahr werden Kräfte geschult. Im nächsten Jahr sind alle Feuerwehren mindestens einmal dran gewesen.

Wolfgang Jensen vom Landesbetrieb für Küstenschutz, den hier alle nur den „Obersten Deichgrafen“ nennen, hat vier Übungsstationen organisiert. An jeder stehen Einweiser des Landesbetriebes.

Der einfachste Schutz ist erst einmal der Sandsack. Droht ein Deichbruch, sind hunderte, wenn nicht gar tausende gefordert, die erst einmal befüllt werden müssen. Auf einem Lkw steht eine Füllmaschine. Die muss „gefüttert“ werden. Unten halten zwei Männer den Sack bereit, binden ihn zu und reichen ihn weiter – Teamarbeit, die in die Knochen geht.

Palettenweise werden die Säcke an die gefährdeten Stellen gebracht. Dort ist wieder Handarbeit gefragt. 15 bis 20 Kilo wiegt ein Sack. Bücken, aufheben, weitergeben in der Kette. Wer sich „verhebt“, macht das nicht lange mit. Der Rücken meldet sich. Und die Säcke dürfen nicht einfach hingeworfen werden, sie müssen richtig geschichtet werden.

Eine Station weiter werden Faschinen gebaut. Das sind Reisig- oder Rutenbündel, die mit Draht zusammengehalten werden zwischen Pfählen. Im schlimmsten Fall müssen die Pfähle von im Wasser stehenden Leuten mit einem großen Hammer in den Grund geschlagen werden. Das ist Schwerarbeit – auch wenn die Leute bei dieser Übung diesmal auf trockenem Boden stehen dürfen.

Etwas leichter hat es da der Trupp mit der Benzin-Ramme. Vier Mann, auf Kommando anheben und auf den Pfahl setzen. Und dann wummert die Maschine los, rammt den Pfahl in kürzester Zeit in den Untergrund. An sich ganz einfach – nur man muss es einfach mal gemacht haben, denn richtig bedienen lässt sich die Wackermaschine nur, wenn alle richtig mit anfassen.

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