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Feuerwehren im Löschverband lassen Finger von der Wasserrettung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 15.Mai.2017 | 20:09 Uhr

Sollen die Freiwilligen Feuerwehren im Feuerlöschverband Plön Stadt und Land auch die Wasserrettung übernehmen? Holger Beiroth, Bürgermeister in Dersau, setzte sich dafür gestern im Feuerlöschverband ein. Er fand allerdings keine Mehrheit.

„In der Dersauer Bucht am Großen Plöner See hat es bereits Seeunfälle gegeben, die ein Eingreifen der Feuerwehr erforderten“, sagte Beiroth. Die Ortswehr Dersau habe keine Rettungsmittel und müsse bis zu 25 Minuten warten, bis Hilfe über den See aus Plön komme.

Das Innenministerium hatte auf Anfrage der Gemeinde festgestellt, dass die Wasserrettung nicht Aufgabe der Feuerwehren sei. Es gebe aber die Möglichkeit, den Wehren die Aufgabe zu übertragen und sie auszustatten. Rechtlich, so das Justizministerium zur Gemeinde, müssten ehrenamtliche Bürgermeister nicht haften, wenn kein Rettungsmittel zur Verfügung stehe. Dersau habe den Platz und könnte die Wasserrettung übernehmen, warb Beiroth.

Plöns Bürgermeister Lars Winter, der kurz zuvor einstimmig zum Vorsteher
des Feuerlöschverbandes gewählt wurde, verwies auf das Plöner Boot, das bisher nicht dem Bestand des Verbandes angehöre und im Falle einer Befürwortung des Dersauer Modells mit aufgenommen werden müsste. Am Ende schlage sich alles auf den Etat und die Umlage nieder. Bei Übernahme der Wasserrettung durch die Feuerwehren müsste dann auch die Haftung übernommen werden.

Holger Beiroth stellte die Frage, ob der Feuerlöschverband überhaupt noch nötig sei und am Ende nicht auch „nachbarschaftliche Hilfe“ ausreiche. Die Resonanz anderer Bürgermeister war eher ablehnend: Dieter Wittke (Dörnick) hält nicht viel davon. Dörnick sei weit weg vom See. Uwe Koch (Rathjensdorf) und Günter Schnathmeier (Kalübbe) sehen finanzielle Hürden: „Für Kalübbe besteht keine Notwendigkeit.“ Bürgermeister Thomas Menzel (Ascheberg) wollte für Ascheberg selbst ein Feuerwehrboot kaufen, sollte die Umlage dafür erhöht werden müssen. Menzel: „Es ist fraglich, ob der Feuerlöschverband die Kosten für ein Rettungsboot übernehmen sollte.“ Joachim Schmidt (Bösdorf) vermisste greifbare Zahlen. Klaus Pentzlin (Grebin) sagte: „Wir haben uns ein eigenes Boot angeschafft“.

 

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