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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 07:58 Uhr

Feuerwehr sieht kein Sparpotenzial

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Konflikt zwischen Gemeinde und Wehren hält an

Die einen wollen sparen. Die anderen pochen auf das, was ihnen gesetzlich zusteht. Dieses Spannungsfeld herrscht seit geraumer Zeit zwischen einer Mehrheit der Gemeindevertretung und den Feuerwehren in der Gemeinde Süsel. Der Ausgang der Kommunalwahl im vergangenen Jahr hatte daran nichts geändert, sondern im Gegenteil mit neuen Gesichtern sowie einer Mehrheit aus CDU und Freien Wählern (FWS) neues Konfliktpotenzial geschaffen.

Eine Zusammenfassung der Diskussion war am Wochenende in der Jahresversammlung der Zarnekauer Feuerwehr zu hören. Während Bürgermeister Holger Reinholdt (FWS) in seinen Grußworten für eine Modifikation des Feuerwehrbedarfs- planes warb, verneinte Gemeindewehrführer Kai Nagel eine „fachtechnisch andere Lösung“ als das vorhandene Konzept.

Der Bürgermeister führte aus, dass Gemeinde und Feuerwehr mit externer Beratung durch die Landesfeuerwehrschule im Gespräch über den Feuerwehrbedarfsplan seien. Die Gemeinde sei verpflichtet, den Brandschutz sicherzustellen. In dem aktuell laufenden Prozess gehe es um die Frage, was für diese Aufgabe gebraucht werde, was es koste und was die Kommune finanziell leisten könne.

Zu einem zentralen Problem für die Gemeinde werde, dass der Kauf neuer Feuerwehrautos häufig auch den Bau neuer Feuerwehrhäuser erzwinge. Raumprobleme gebe es in Röbel, und absehbar seien sie für Gömnitz.

Beschlossen sei ein neues Auto für Fassensdorf. Um den Kauf eines Fahrzeuges für Süsel im Jahr 2015 werde die Gemeinde durch den angekündigten Abzug eines Katastrophenschutzfahrzeuges nicht herumkommen.

Gemeinsam mit den Feuerwehren wolle die Gemeinde gerne die künftige Planung für den Brandschutz anpassen: Was müsse wann unabdingbar realisiert werden? Er wünsche sich dabei eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Wehren und hoffe, das am Ende eine Prioritätenliste mit neuen Fahrzeugen und Feuerwehrhäusern gefunden werde, mit der alle leben könnten, damit in den Wehren wieder Ruhe einkehre.

„Aus fachtechnischer Sicht sehe ich keine andere Lösung als den geltenden Bedarfsplan“, erwiderte Gemeindewehrführer Kai Nagel. Die Feuerwehren brauchten zur Erfüllung ihrer Aufgaben das entsprechende technische Gerät, also Fahrzeuge mit Wasser an Bord und Atemschutzgeräte. Die bestehende Alarmierungsordnung stelle sicher, dass in der vorgeschriebenen Zeit ausreichend Personal vor Ort sei.

Nagel weiter: „Die Feuerwehr hat alles gesagt.“ Trotzdem beharre eine Mehrheit in der Gemeindevertretung auf einem neuen Konzept, habe selbst dafür aber keine tragfähigen Vorschläge. Und das sei eigentlich nicht das Problem der Wehren.

Zugleich warnte Kai Nagel: Wenn die Gemeinde an der falschen Stelle spare, werde sie Feuerwehren verlieren. Und alles, was dann folge, werde viel mehr Geld kosten.

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erstellt am 22.Jan.2014 | 00:31 Uhr

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