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Feuerwehr-Neubau: Welche Möglichkeiten bleiben?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2017 | 00:12 Uhr

Die Planungen inklusive der Suche nach einem geeigneten Standort für ein notwendiges Feuerwehrgerätehaus laufen nunmehr seit 2008. Der Standort war, nicht zuletzt wegen des befürchteten teilweise moorigen Untergrundes, nie optimal, aber es fehlte an Alternativen.

Die Feuerwehr hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass es Probleme mit der Einhaltung der Hilfsfrist geben wird, müssen alle von dort ausrücken. Der Bau wurde geplant, das Raumbuch beschlossen, das Projekt hat „Ausschreibungsreife“. Eine Untersuchung hat es laut Bürgermeister Carsten Behnk nie gegeben. Das scheint nicht nur Versäumnis der ehrenamtlichen Stadtvertreter, sondern auch der einstigen Verantwortlichen im Rathaus. Im Brandbrief weist ein Feuerwehrmann und Polizist nun darauf hin, dass wegen Nicht-Einhaltung der Hilfsfrist die Sicherheit der Eutiner Bürger im Bereich Charlottenviertel, Heinteichkoppel, Pulverbeck, Siemensstraße sowie im Bereich Albert-Einstein-Straße und Industriestraße „mit Füßen getreten“ werde. Auch die einzige Anbindung – die hochfrequentierte Elisabethstraße und Kenrtangente – hält er für unzureichend. Wäre ein Unfall samt Stau an eben einer der Kreuzungen, käme die Wehr nicht ohne Umwege oder große Verzögerungen zum Notfall, schreibt er an die Stadtvertreter.

Was nun? Behnk sagt: „Nur, weil wir das Feuerwehrgerätehaus dahin bauen, sind wir organisatorisch noch nicht am Ende.“ Beim Gemeindewehrführer Heino Kreutzfeldt (Foto) klingt die ernüchterte Variante so: „Es ist beschlossen und nun müssen wir das Beste daraus machen.“ Doch was ist das Beste, wenn es um Menschenleben geht? In anderen, größeren Städten, so Kreutzfeldt, gebe es verschiedene Wachen im Stadtgebiet verteilt, die die Einsatzkräfte anfahren, um dort auf die Fahrzeuge umzusteigen und auszurücken. So eine Lösung sei am derzeitigen Standort Priwall denkbar, würde das neue Gerätehaus am Festplatz stehen. Die Wehr werde so zwar zerklüftet, aber eine Erweiterung am Standort Priwall sei aus versicherungstechnischen Gründen nicht zu machen. Neben dem Platz zur Vergrößerung nach heutigen Standards fehlten dort unter anderem Parkplätze, Schulungsräume und die passende Hallenhöhe für die neuen Fahrzeuge.

Das Problem neben der Entfernung zu den Einsatzorten ist auch der Anfahrtsweg: Fahren Einsatzkräfte im Privatauto zum Gerätehaus, müssen sie mit einem Großteil des Eutiner Verkehrs über die Elisabethstraße anreisen – und dann wieder darüber ausrücken. Wie die Diskussion um den beschlossenen Standort Festplatz und die mangelnde Einhaltung der Hilfsfristen im nächsten Bau- und Feuerwehrausschuss Anfang November dazu ausgeht, bleibt spannend. Die Grünen beantragen eine neue Standortsuche mit zentraleren Flächen.

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