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Feuerwehr Eutin warnt wieder vor neuem Standort

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Brandbrief entfacht Diskussion um Festplatz / Grüne stellen Antrag

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2017 | 00:39 Uhr

In einem Brandbrief weist ein Eutiner Feuerwehrmann alle Fraktionsvorsitzenden und ebenso die Verwaltung eindrücklich darauf hin, dass die vorgeschriebenen Hilfsfristen vom geplanten Standort Festplatz für den Neubau des Feuerwehrhauses nicht einzuhalten sind. Aus seiner Sicht stellt das ein Sicherheitsrisiko für Bewohner des Charlottenviertels, Heinteichkoppel oder Industrie- und Gewerbegebiet dar. Die langjährige Diskussion um die Standortwahl des rund acht Millionen Euro teuren Neubaus wurde damit neu entfacht.

Monika Obieray (Grüne) sprach den Brief und eine Stellungnahme des Gemeindewehrführers Heino Kreutzfeldt im Hauptausschuss am Dienstagabend unter „Verschiedenes“ an. Bürgermeister Carsten Behnk wurde in seiner Antwort deutlich: „Nach Aktenlage ist das nichts Neues. In den Protokollen zu dem Thema lassen sich immer wieder genau diese Äußerungen der Feuerwehr lesen. Das Problem ist nur, da hat nie jemand den Fokus drauf gelegt.“ Heißt im Klartext: Es wurde nie von Experten untersucht, welche Folgen dies für die Zukunft haben könnte.

Gemeindewehrführer Heino Kreutzfeldt erinnert sich auf Nachfrage: „Ich habe im Ausschuss auch die Karten vorgelegt, was das für die Erreichbarkeit binnen der Hilfsfrist bedeutet. Es wurde zur Kenntnis genommen. Das Problem kannten alle.“

Im Brandschutzgesetz des Landes steht eine Hilfsfrist von zehn Minuten. Rund zwei Minuten gehen für die Meldung des Notfalls weg, bleiben acht Minuten, in denen die Ehrenamtlichen zum Gerätehaus fahren und von dort mit einem Fahrzeug zum Brand oder anderen Einsatz auszurücken.

Kreutzfeldt: „Wenn wir davon ausgehen, dass es die Einsatzkräfte nach der Alarmierung in vier Minuten zum Einsatzfahrzeug schaffen, wir dann neun Leute komplett haben und die in weiteren vier bis fünf Minuten beim Einsatz sein wollen, erreichen wir in Eutin in der Hilfsfrist – abhängig von Tageszeit und Verkehr – einen Radius bis ungefähr zu ,Netto‘, vielleicht noch ein paar Meter weiter.“

Das südöstliche Stadtgebiet sei binnen zehn Minuten nicht erreichbar. Behnk: „Die 80 Prozent Abdeckung des Stadtgebietes erreichen wir nicht. Da müssen wir organisatorisch etwas tun.“ Obieray hielt fest: „Wir haben ein ernstzunehmendes Problem.“ Die Grünen stellen deshalb im nächsten Bauausschuss den Antrag, dass die Verwaltung Lösungsvorschläge machen und das nach zentraleren Standorten gesucht werden soll. Seite 3

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