Feuerquallen-Alarm in Lübecker Bucht

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700 Badegäste klagen über Beschwerden / Höchste Warnstufe an den Stränden

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17. August 2018, 22:25 Uhr

An den Stränden der Lübecker Bucht weht die rote Flagge: Feuerquallen-Alarm an der Ostsee. Mehr als 700 Badegäste kamen in den vergangenen Tagen mit brennenden Schmerzen aus dem Wasser.

Für die Strände zwischen Timmendorfer Strand und Haffkrug hat der Kreis Ostholstein eine Warnung ausgesprochen. Am Strand von Travemünde hat die DLRG ihre höchste Warnstufe ausgerufen – dort halfen die Rettungsschwimmer etwa 120 Badegästen, nachdem sie Kontakt mit den Nesseltieren hatten. An den Stränden weiter nördlich erwischte es sogar 600 Badegäste.

DLRG-Sprecher Robin Wendt: „Auf allen Wachtürmen liegt Rasierschaum bereit. Der wird auf die betroffenen Stellen gesprüht, dann mit einem Spatel abgeschabt.“ So würden die Nesseln von der Haut gelöst. Aber auch Sand und Essig helfen, nur kein Süßwasser. Das führt dazu, dass die Nesseln aufplatzen und noch mehr Gift absondern.

Meist werden die Quallen durch auflandigen Wind an die Küsten getrieben. Tückisch ist, dass auch dann Gefahr droht, wenn wie jetzt keine Tiere mehr zu sehen sind. „Abgerissene Tentakeln mit noch aktiven Nesselzellen können weiter im Wasser treiben“, sagt der Wachführer der DLRG-Hauptwache in Travemünde, Jan Cramer.

Als Grund für den seit Jahren anhaltenden Anstieg der Quallenpopulation sieht die Meereswissenschaftlerin Jamileh Javidpourdie vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel den hohen Nährstoffeintrag, der das Planktonwachstum und damit auch die Vermehrung der Quallen fördert. Auch die Erwärmung der Ostsee durch den Klimawandel begünstige das Quallenwachstum.

Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff kündigte an: „Sollte die Feuerquallen-Plage länger andauern, werden wir eine mit Fischernetzen geschützte Badezone einrichten.“

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