Sierksdorf : Feuer zerstört Bananenmuseum

Die Feuerwehr musste nicht weit fahren: Das Bananenmuseum befindet sich gegenüber vom Spritzenhaus. Fotos: jappe/sh:z/dpa
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Die Feuerwehr musste nicht weit fahren: Das Bananenmuseum befindet sich gegenüber vom Spritzenhaus. Fotos: jappe/sh:z/dpa

Mehr als 100 Einsatzkräfte kämpfen stundenlang in Sierksdorf gegen die Flammen. Die Sammlung steht nach dem Brand vor dem Aus.

shz.de von
26. November 2018, 11:31 Uhr

Eröffnet 1991, aktuell wegen Umbau geschlossen und nun wahrscheinlich vor dem Aus: Das Bananenmuseum in Sierksdorf ist einem Feuer zum Opfer gefallen. Der Großbrand zerstörte in der Nacht zum Montag den Großteil des Anwesens in der Professor-Haas-Straße.

Das Feuer war kurz nach zwei Uhr ausgebrochen. Anwohner wurden von dumpfen Knallgeräuschen aus dem Schlaf gerissen. „Ich bin gleich aufgestanden und habe aus dem Küchenfenster geschaut; da war schon heller Feuerschein zu sehen“, sagte Mareike Paulsen. Die Sierksdorferin hörte weitere Knallgeräusche und sah, dass die Feuerwehr bereits mit den Löscharbeiten begann. Die Einsatzkräfte hatten es nicht weit zum Brandort: Das Bananenmuseum befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Spritzenhauses.

Als Einsatzleiter Stephan Willert von der Feuerwehr Sierksdorf am Einsatzort eintraf, schlugen meterhohe Flammen aus einem Anbau und hatte bereits auf der Hofeinfahrt lagerndes Material in Brand gesetzt. „Durch die enorme Brandausbreitung und die Hitze kommen wir nur schwer an den eigentlichen Brandherd“, sagte Willert. Immer wieder waren Explosionen zu hören, aus Gasflaschen entwich gefährliches Gemisch und erzeugte wiederum Stichflammen – eine große Gefahr für die Einsatzkräfte wie auch die großen Mengen an Altmetall, das in der Hofeinfahrt lagerte.

Von allen Seiten wurde versucht, an das verwinkelte Grundstück zu kommen und den Brand zu löschen. Auch eine Drehleiter aus Neustadt pumpte von oben mehrere 100 Liter Wasser pro Minute auf das Feuer. Das Feuer, das laut Feuerwehr zuerst im Haus ausgebrochen war, hatte letztlich auch auf die Werkstatt übergegriffen.

Zu Spitzenzeiten waren mehr als 100 Feuerwehrleute in der Professor-Haas-Straße 59 im Einsatz. Gegen 4.20 Uhr wurden sogar Atemschutztrupps aus Lensahn alarmiert, sagte Michael Bendt, Amtszugwehrführer Lensahn. Erst gegen 8 Uhr morgens hieß es „Feuer aus“ – ein kräftezehrender Einsatz für die Einsatzkräfte. „Daran beteiligt waren die Feuerwehren aus Sierksdorf, Roge,Neustadt und Haffkrug“, bilanzierte Marcel Schlüter, stellvertretender Gemeindewehrführer.

Das alles mit ansehen musste Museumsgründer Bernhard Stellmacher. Fassungslos stand er vor seinem Anwesen, dass er in liebevoller Kleinstarbeit aufgebaut hatte. Er und sein Hund hatten sich vor den Flammen in Sicherheit bringen können. Der Bananen-begeisterte Sammler und Hobby-Künstler hatte das Museum 1991 eröffnet. Ausgestellt waren Bananen aus allerlei Materialien und Formen. Laut Medienberichten hieß es aus Familienkreisen, dass der 77-Jährige nicht mehr das Geld und die Energie aufbringen werde, das Museum wiederzueröffnen.

Bisherigen Erkenntnissen der Polizei zufolge hat das Feuer jedoch nicht auf das Gebäude und auch nicht auf das im Keller des Gebäudes befindliche Bananenmuseum übergegriffen. „Es kam im Wohnhaus jedoch zu Verrußungen, deren Ausmaße bisher vonseiten der Polizei noch nicht begutachtet werden konnten“, sagte Polizeisprecher Dierk Dürbrook gestern.

Bisherigen Erkenntnissen zufolge wurden keine Personen verletzt. Wieso das Feuer ausbrach und wie hoch die Schadenssumme ist, darüber machte die Polizei keine Angaben. Die Kriminalpolizeistelle Neustadt hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Der Brandort wurde beschlagnahmt, Brandsachverständige des LKA in Kiel sind eingeschaltet.

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