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Malente : Feuer unter dem Dach eines Einfamilienhauses

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Erheblichen Schaden richtete ein Brand in einem frisch renovierten Einfamilienhaus in Krummsee an.

von
erstellt am 09.Dez.2015 | 13:58 Uhr

Krummsee Das war ein hartes Stück Arbeit für die Malenter Feuerwehren. Gegen 7.30 Uhr waren sie per Sirenenalarm zu einem Einfamilienhaus im Bruhnskoppeler Weg 31 in Krummsee gerufen worden. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte quoll bereits Qualm aus der Gaube an der Frontseite des Hauses, das gerade umgebaut wird. Zwei Stunden brauchte es, bis die Wehren  das Feuer im Griff hatten, die Meldung  „Feuer aus“ erfolgte erst gegen 13 Uhr. Im Einsatz waren zeitweise bis zu 70 Feuerwehrleute aller acht Malenter Ortswehren.

Zwar schlugen keine offenen Flammen aus dem Dachstuhl, die Schwierigkeit war jedoch, an die unter dicken Dämmungen und Weichfaserplatten verborgenen Brandnester heranzukommen. „Wir haben erst versucht zu löschen, ohne das Dach zu öffnen, um den Schaden möglichst gering zu halten“, erklärte der stellvertretende Wehrführer und Einsatzleiter Andree Bendrich. Doch sowohl ein Löschangriff mit Hilfe der Drehleiter von oben als auch von innen habe nicht den erhofften Erfolg gebracht.

Der Krummseer Architekt Jörg Fleischer, der den Umbau betreut und früh am Brandort war, ahnte gleich: „Die müssen das Dach öffnen.“ So kam es: Als sich das Feuer in den Dachstuhl zu fressen  drohte, ließ Bendrich Löcher ins Dach schlagen, um direkt an die Brandnester heranzukommen.  Weil das Feuer an verschiedensten Stellen aufloderte, deckten die Feuerwehrleute mit Einreißhaken schließlich die gesamte vordere Dachfläche ab.

Das Problem: Nach hinten waren die Baumaßnahmen noch nicht abgeschlossen. „Wir wussten nicht, ob das Feuer den offenen Bereich erreicht“, erklärte Bendrich. Letztlich gelang es, die Flammen rechtzeitig zu löschen. Aber: „Es war kritisch“, berichtete Zugführer Kai Jansen. Die Rauchgase, die in den Dachstuhl gezogen seien, hätten durchgezündet, womit das Feuer auf großen Teile des Dachstuhl übergegriffen habe.

Zusätzlich erschwert wurden die Löscharbeiten durch  die auf dem Dach montierte Fotovoltaikanlage. „Die kann nicht abgeschaltet werden, die liefert weiter Strom“, erklärte Bendrich. Da müssten die Feuerwehrleute sehr aufpassen, dass sie im Eifer des Gefechts keine Solarzelle träfen, wenn sie auf die Dachziegel wegschlügen. Froh war Bendrich, dass die Gemeindewehr seit Sommer über eine zweite Wärmebildkamera verfügt, die in Kreuzfeld stationiert sei und beim Brand gute Dienste geleistet habe. Denn die Kamera der Malenter Ortswehr sei gerade in Reparatur.

Gemeldet hatte das Feuer der erwachsene Sohn der Besitzer. Nachdem er die Tochter des Hauses zur Schule gefahren hatte und zum Haus seiner Eltern zurückkehrte, bemerkte er die Rauchentwicklung und alarmierte die Feuerwehr. Bitter für die Hausbesitzer: Sie machen gerade Urlaub in der Karibik, waren zum Zeitpunkt des Brands nicht zu erreichen. Eigentlich wollten sie erst zu Weihnachten zurückkehren.

Die Aussicht, nach einem halben Jahr Bauarbeiten bald in einem frisch umgebauten Haus leben zu können, ist erst einmal zerstört. Architekt Fleischer schätzte den Schaden in einer ersten Reaktion auf bis zu 180000 Euro. Zum eigentlichen Neuaufbau kämen hohe Kosten für die Beseitigung der Löschwasserschäden.

Kripo-Beamte erschienen noch während des Feuers, um Ermittlungen über die Brandursache aufzunehmen. Sie dürften sich jetzt darauf konzentrieren, ob tatsächlich ein technischer Defekt an der Elektrik des Hauses für das Feuer verantwortlich ist, wie am Brandort mutmaßt wurde. An dieser soll noch am Vortag gearbeitet worden sein.

Bernd Schröder

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