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Ostholsteiner Anzeiger

16. August 2017 | 15:26 Uhr

Feuchtwiese statt Skipiste

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Raupenfahrzeuge übernehmen Mähen im Moor

Der bunte Blütenteppich in der Lehmkuhlener Stauung zwischen Preetz und Plön soll auch im nächsten Jahr wieder seine Farbenpracht entwickeln. Damit seltene Pflanzen wie Sumpf-Läusekraut, Schmalblättriges Wollgras, Sumpfblutauge und geschützte Orchideen wie das Breitblättrige Knabenkraut dauerhaft erhalten werden können, muss regelmäßig gemäht werden, teilt die Stiftung Naturschutz mit.

Da die Feuchtwiese schwer befahrbar ist, übernehmen jetzt zwei Mähraupen der Stiftung diese Aufgabe. Die ehemaligen Pistenraupen, die noch vor kurzem Skipisten in den Alpen für Wintersportler präpariert haben, seien so umgebaut worden, dass die eine mit ihrem Mähwerk die Wiese kurz halte, während die andere das Mahdgut aufnehme und zu Ballen presst.

„Seit Jahrhunderten wurde die Moorwiese schon als Grünland genutzt, wie uns alte Karten zeigen“, erklärt Erich Struck vom Kuratorium Landschaft Schleswig-Holstein, „die extensive Nutzung und der kalkreiche Untergrund machen die Stauung zu einem Hot Spot der Artenvielfalt in Schleswig-Holstein.“ 210 Gefäßpflanzen, das seien rund 20 Prozent der in Schleswig-Holstein vorkommenden Pflanzen, seien hier durch die Universität Kiel kartiert worden. „Bis vor einigen Jahren wurde die Wiese von Hand gepflegt und das Mahdgut mühsam geborgen“, erinnert sich Heike Henning, Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz, „gut, dass das für uns heute die Mähraupe erledigt, denn ohne die Mahd würde die Fläche einfach zuwachsen und Schilf und andere hohe Stauden die vielen lichtbedürftigen Arten verdrängen.“

Die rund drei Hektar große Fläche sei aufgrund der Artenvielfalt auch ein Teil der europäischen Schutzgebiete mit dem Namen Natura 2000. Seit 1990 kümmerten sich das Kuratorium Landschaft Schleswig-Holstein, die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Plön, die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und der Verein Wasser Otter Mensch um den Schutz der bunten Pracht.

„Wir sorgen auch dafür, dass die Feuchtwiese jedes Jahr ein bisschen größer wird, roden Gehölze und bringen ein Teil des Mahdgutes, das viele Samen der seltenen Arten enthält, dort hin,“ berichtet Carsten Burggraf von der Lokalen Aktion. Bezahlt werden die Pflegemaßnahmen vom Umweltministerium.

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erstellt am 09.Sep.2015 | 15:23 Uhr

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