Festspiele ohne Musiker aus Kansas

Der aktuelle Vorstand der Freunde von Lawrence: (von links) Stephan Klein, Marion und Martin Vollertsen, Patricia Wolf und Torben Mothes.
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Der aktuelle Vorstand der Freunde von Lawrence: (von links) Stephan Klein, Marion und Martin Vollertsen, Patricia Wolf und Torben Mothes.

Bedauern im Verein der Freunde von Lawrence über ein Ende der Zusammenarbeit zwischen Oper und der Universität in der Partnerstadt

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29. März 2017, 13:59 Uhr

Eigentlich läuft alles seinen gewohnten Gang: Im Sommer kommen, wie jedes Jahr seit 1966, 13 Studenten und sechs Schüler aus der Partnerstadt Lawrence (USA) nach Eutin. Im Herbst fahren Eutiner Schüler in den US-Staat Kansas. Und doch ist dieses Jahr anders. Das ergab die Mitgliederversammlung des Vereines der Freunde von Lawrence am Dienstag im Brauhaus.

Nach sechs Jahren werden bei den Eutiner Festspielen keine Musikstudenten mehr aus Lawrence mitwirken, berichtete Martin Vollertsen, Vorsitzender des knapp 100 Mitglieder zählenden Vereines. Von denen waren 14 zur Versammlung gekommen. Auf Nachfrage deutete Vollertsen an, dass es finanzielle Gründe seien, weshalb die Festspiele auf US-Musiker verzichteten.

Das sei nicht nur wegen der wertvollen Erfahrungen für die jungen Musiker bedauerlich, sondern auch wegen der internationalen Werbewirksamkeit für die Eutiner Oper: Seit 2011 hätten 128 Musiker aus Lawernce an den Festspielen mitgewirkt, die aus 22 US-Staaten gekommen seien – „und die haben unser kleines Eutin bekannt gemacht in fast der Hälfte der US-Staaten.“

Eine ausführliche, mit vielen kritischen Stimmen gespickte Diskussion gab es über den Deutsch-Amerikanischen Freundschaftsgarten, der am 23. Juni vergangenen Jahres am Heinrich-Lüth-Weg eingeweiht worden war: Der Garten sei zu klein, habe zu wenig blühende Pflanzen, liege abseits und dazu noch in einer von Bäumen beschatteten Ecke, hieß es aus der Versammlung.

Er hätte sich auch einen prominenteren Platz für den Garten gewünscht, gab Vollertsen zu. Die Bepflanzung habe sich indes an den Gräsern der Prärie orientiert, ergänzt durch Sonnenblumen, der Wappenblume von Kansas. „Da passen keine Stiefmütterchen.“

In der Diskussion wurde mehrfach angeregt, bei der Stadt eine Verlegung des Gartens an eine andere Stelle zu beantragen, worauf Vollertsen zurückhaltend reagierte: Er schätze die Erfolgsaussichten als gering ein, und er habe keine Lust, seine Energie für aussichtslose Unterfangen zu vergeuden: „Ich will keinen Wind um die Ecke schaufeln.“

Der Rest der Versammlung war pure Harmonie. Mit jeweils einstimmigen Ergebnissen wurde Prof. Dr. Stephan Klein zum 2. Vorsitzenden gewählt, er hatte das Amt seit dem Rücktritt von Bernd Ditscher vor eineinhalb Jahren kommissarisch übernommen. Torben Mothes wurde als Schatzmeister wiedergewählt. Neue Beisitzerin wurde Patricia Wolf, diese Position hatte die zwischenzeitlich ausgetretene Gisela Lutz bekleidet.

Zehn Studenten und sechs Schüler seien vergangenes Jahr zur Verbesserung ihrer Deutsch-Kenntnisse in Eutin gewesen, berichtete Vollertsen, außerdem hätten zwei Sängerinnen und drei Instrumentalisten zum Ensemble der Festspiele gehört. Zur Eröffnung des Freundschaftsgartens sei eine Delegation aus Lawrence angereist. Mit Blick auf dieses Jahr kündigte Vollertsen an, dass es wieder einen Deutsch-Amerikanischen Freundschaftsabend im Casino der Rettberg-Kaserne geben werde.

Bürgervorsteher Dieter Holst bekannte in seinem Grußwort, dass es ihn stutzig mache, wenn die Festspiele auf Musiker aus Lawrence verzichteten. Holst lobte das Engagement der Vereinsmitglieder und er würdigte die wertvolle Unterstützung, die der Verein nicht zuletzt durch Annette Rudolph aus dem Rathaus erfahre.

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