Festspiele investieren in Mikro-Ports und Zukunft

Désirée Brodka und Thomas Schirano (v.  re.) werden hinter der Bühne von Judith Angenendt und Christian Klingenberg unterstützt.
Désirée Brodka und Thomas Schirano (v. re.) werden hinter der Bühne von Judith Angenendt und Christian Klingenberg unterstützt.

shz.de von
15. Juni 2018, 10:05 Uhr

Die Hörprobe, die die beiden Solisten Désirée Brodka und Thomas Schirano gestern Mittag spontan als Eliza und ihr Vater Alfred P. Doolittle auf der Bühne gaben, machte die Mitglieder des Fördervereins der Eutiner Festspiele glücklich. Sie gaben 10 000 Euro dazu, damit neben Landesmitteln insgesamt 20 neue Mikroports (kleine Mikrofone) für die Musical-Produktionen angeschafft werden konnten.

„Wir sind damit auf dem neuesten Stand“, schwärmt Toningenieur Christian Klingenberg. Auf den Bühnenaufbauten seien die Antennen gut versteckt, neue Boxen außerdem an der Glaswand im Zuschauerbereich angebracht, um auch in den oberen Rängen eine gleichbleibend gute Akustik zu gewährleisten. „Das Publikum wird nicht merken, dass der Ton aus einer Box kommt. Wir verstärken ihn auf eine gewisse natürliche Weise und erstmals hört man von jedem Sitz aus gleich gut“, freut sich Klingenberg. In der Vergangenheit sei das schwierig gewesen und gerade Musical-Produktionen brauchten technische Unterstützung, weil Text auf Musik gesprochen werde. „Wir könnten das auch ohne, aber mit Stimmgewalt ginge das schöne Schauspiel verloren“, sagt Désirée Brodka.

Das Publikum wird die große Investition, die im Gesicht ganz klein scheint, nicht sehen. „Das Kabel wird in der Maske festgemacht und eingeschminkt“, erklärt Klingenberg. Kurz vor dem Auftritt gibt es hinter der Bühne den technischen Empfänger dazu, die Kabel sind ins Kostüm eingearbeitet. Hinter der Bühne hilft Tonassistentin Judith Angenendt und verständigt Klingenberg auf dem „Turm“, wann welcher Künstler da und mit welchem Gerät verbunden ist, sodass er das jeweils richtige an- und ausschalten kann. „Die Mikros haben einen Schweiß- und Windfilter, damit auch nichts verstopft durch Schminke oder Pollen“, sagt Klingenberg. Technisch sei das super und mit der neuen Akustikplane insgesamt ein toller Hörgenuss, freut sich der Toningenieur. Und Festspiel-Intendantin Dominique Caron ergänzt: „Das ist ein echter Schritt in die Moderne.“

Geschäftsführer Falk Herzog dankte dem Förderverein für die finanzielle Unterstützung sowie die generelle Zusammenarbeit und Hilfe. „Das ist mit Geld nicht aufzuwiegen“, so Herzog. So stiftet der Verein beispielsweise beim Tag der offenen Tür der Festspiele am 29. Juni ein Kuchen- und Tortenbuffet, für das noch Spenden angenommen werden (Tel. 0172/ 4511317).

Einen ersten „My-Fair-Lady“-Vorgeschmack gibt es am 23. Juni ab 10.30 Uhr auf dem Markt: Caron wird mit Darstellern Kostproben des Stücks zum Besten geben. Und Falk Herzog verrät: „Es zeichnet sich ab, dass wir auch in den nächsten Jahren neben der klassischen Oper ein Musical anbieten werden.“ Die Mitglieder des Vereins hören das gern, „es braucht Kontinuität, das ist wichtig“. Vereinsvorsitzender Detlev Küfe dankt Herzog: „Wir unterstützen die Festspiele einfach gern und es kommt viel zurück.“ Durch Spenden nach Auflösung der Kulturgenossenschaft (13 152,50 Euro) stünden dieses Jahr noch 20 000 Euro zur Verfügung, bot Küfe an.

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