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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 11:48 Uhr

Festspiele gehen neue Wege

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

„Die Fledermaus“ und ein rockiger Freischütz sollen neue Besucher locken / Vorverkauf in Opernscheune

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2016 | 00:53 Uhr

„Crossover“ ist das neue Wort der Eutiner Festspiele: Neben elf Aufführungen der beliebtesten Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss spielen in der nächsten Saison mindestens vier Sonderveranstaltungen eine große Rolle, darunter ein Projekt für Kinder. Und in die legt das Team große Hoffnungen: Denn neben der verregneten schlechten Saison 2016 muss in 2017 nicht nur Geld gespart, sondern auch neues, jüngeres Publikum für die Festspiele begeistert werden.

Dabei setzen die Verantwortlichen, wie sie gestern im Pressegespräch sagten, auf vielseitige Sonderveranstaltungen – von traditionell („Die wunderbare Welt der Operetten“ oder „Romantische Reise von Weber bis Wagner“) über Bekanntes (Galaabend – aber neu gestaltet) bis hin zum Modernen, Neugedachten wie dem Crossover-Projekt „Die Wolfsschlucht“ mit dem Untertitel „Freischütz meets Rock“ oder „Die Schauergeschichte von Max und Agathe“. Leo Siberski will dazu am 20. August eine Uraufführung präsentieren, die die Geschichte einmal anders erzählt – auch musikalisch. So soll es ein Liebesduett geben, das im Original nicht enthalten ist, auch ein Erzähler ist geplant. „Es ist der richtige Zeitpunkt, etwas zu probieren. Und wenn es gut läuft, können wir so etwas künftig auch für andere Projekte denken“, sagt Festspiel-Intendantin Dominique Caron.

Der Wunsch von Intendantin Dominique Caron, Geschäftsführerin Sabine Kuhnert und Technischem Leiter Arend Knoop ist eindeutig: „Wir wollen ein breites Publikum erreichen, uns öffnen.“ Ihr Herz brenne seit je her für die Oper, sagt Caron auf die Frage, weshalb es 2017 „nur“ eine Operette gibt. Sabine Kuhnert bringt es auf den Punkt: „Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Aufgrund der aktuellen finanziellen Situation können wir nicht nur tun, was wir lieben und beispielsweise eine unbekannte Oper auf die Bühne bringen.“ Eutin fische im gleichen Wasser wie Kiel, Lübeck und Schwerin, aber unter anderen Bedingungen: Open-Air und maximal 1800 Plätzen pro Veranstaltung.

Um künftig nicht nur Trends zu folgen, sondern noch dichter am Besucher zu sein, seien auch Besucherbefragungen geplant, sagt Kuhnert. Laufe der Vorverkauf für die Wolfsschlucht gut, werde es einen zweiten Termin geben.

Der Kartenvorverkauf für alle Veranstaltungen beginnt Montag, 17. Oktober, in der Opernscheune. „Wir sind jetzt wieder gut zu erreichen“, freut sich Kuhnert. Das Kassenhäuschen im Jungfernstieg habe sich nicht rentiert und bleibe im nächsten Sommer geschlossen. Ein echtes Geschenk der Landesgartenschau sei ein neuer Parkplatz (rund 100 Plätze) unweit von Bauhof und Bühne.

Arend Knoop freut sich für sein Team, dass in dieser Saison keine Akkord-Umbauarbeiten nötig sind: „Noch so ein Jahr hätten wir auch nicht geschafft.“ Alle Veranstaltungen bis auf den Galaabend sollen vor der Kulisse der Fledermaus spielen. Knoop und sein Team haben trotzdem genug zu tun: „Wir müssen die komplette Unterkonstruktion ausbessern, die hält wohl nur noch etwa zwei Jahre, dann wird eine neue fällig.“ Licht und Tontechnik habe er schon auf den neuesten Stand gebracht. Seite 3

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