zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

18. Dezember 2017 | 02:42 Uhr

„Ferien entzerren“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gädechens (CDU) und Hagedorn (SPD) bei möglichst breiten Korridor einig

von
erstellt am 31.Jan.2014 | 13:43 Uhr

Seltene Einmütigkeit zeigen die Bundestagsabgeordneten Ingo Gädechens (CDU) und Bettina Hagedorn (SPD) in der Bewertung der neuen Sommerferienregelung: Das sei für Ferienländer wie Schleswig-Holstein von enormer Bedeutung: Wenn sich die Ferien der einzelnen Bundesländer über einen zu kurzen Zeitraum verteilten („Sommerferienkorridor“), koste das die Tourismuswirtschaft Milliarden: „Jeder Tag, um den sich der Ferienkorridor verkürzt, kostet die deutsche Tourismuswirtschaft zwischen 30 und 120 Millionen Euro Umsatz“, stellt Ingo Gädechens fest und fordert einen Sommerferienkorridor von 90 Tagen.

Denn in diesem Jahr wird die Kultusministerkonferenz (KMK) den neuen Sommerferienkorridor für die Jahre 2018 bis 2024 beschließen. Bis 1987 sei dieser Korridor durchschnittlich fast 90 Tage breit gewesen, danach bis 2000 immerhin noch durchschnittlich 85 Tage. 2014 und 2015 erlebe Deutschland mit nur 71 Tagen den schmalsten Sommerferienkorridor seit über 40 Jahren, obwohl
die Kultusministerkonferenz 1999 beschlossen habe, die Zeiten der Sommerferien größtmöglich zu entzerren, damit auch Urlaubs- und
Verkehrsströme besser fließen könnten.

Den Präsidenten der Kultusministerkonferenz, Stephan Dorgerloh (SPD), kritisiert Gädechens, weil er behauptet habe, das eine weitere Ausdehnung des Ferienkorridors „aus pädagogischen und schulorganisatorischen Gründen nicht möglich sein“ werde. Gädechens: „Ein Primat der Pädagogik ist in den vergangenen Jahren bei der Planung des Sommerferienkorridors wahrlich nicht erkennbar.“

Bettina Hagedorn teilt die Forderung nach einem Sommerferienkorridor von mindestens 90 Tagen, das habe sie schon vor zehn Jahren in einer Bundestagsrede gefordert. Aber Kritik an Stephan Dorgerloh führe „in die Irre“: „Gescheitert sind seit 15 Jahren alle Bemühungen Schleswig-Holsteins stets an dem Veto der südlichen Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und teilweise auch Nordrhein-Westfalens.“ Sie erinnert an ein Konzept, das die Kieler Landesregierung 2003 mit einem Korridor von durchschnittlich 87,8 Tagen vorlegte: die Wirtschaftsministerkonferenz habe das im Mai 2003 einstimmig beschlossen, leider hätten in der folgenden Ministerpräsidentenrunde nur Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern für dieses Konzept gestimmt, und daran sei der „Druck der Südländer“ schuld gewesen.

Bettina Hagedorn sieht
bei einem 90-Tage-Korridor nicht nur Vorteile für Arbeitsplätze und Wertschöpfung der Tourismuswirtschaft: Es sei auch für Familien mit Kindern wichtig, die größere Chancen auf bezahlbare Unterkünfte durch bessere Auslastung erhielten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen