zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2017 | 01:31 Uhr

Plön : Feilen an Zukunft der Stadtwerke

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Plöner Ratsversammlung diskutierte einen Antrag der SPD-Fraktion zur Weiterentwicklung des Kommmunalunternehmens.

von
erstellt am 09.Dez.2016 | 14:00 Uhr

Die Arbeit des Verwaltungsrates der Stadtwerke Plön Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) wird im Verborgenen geleistet. Zu sensibel sind die Zahlen und Daten, die die Mitbewerber gern hätten, weil sie ihnen finanzielle Vorteile verschaffen können. Deshalb ist im Verwaltungsrat „höchste Geheimhaltungsstufe“ geboten. Und die ist so hoch, dass – bis auf die zur Verschwiegenheit verpflichteten Mitglieder des Verwaltungsrates aus ihren Reihen – nicht mal die Ratsversammlung weiß, was da so alles passiert.

Die SPD-Fraktion, durch Ratsherrn Thorsten Pfau im Verwaltungsrat der Stadtwerke Plön vertreten, wollte nun per Antrag eine Erklärung der Ratsversammlung zur Sicherung der Zukunft der Stadtwerke. Es sollte ein Bekenntnis der Ratsversammlung zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des Plöner Kommunalunternehmens und zur Kooperation mit anderen Stadtwerken und Gemeinden werden. Es sollte als Definition einer Leitlinie, eines Ziels, verstanden werden, nicht als Forderung.

Ein Zweifel an der Verfolgung dieser Ziele war offenbar bei der Diskussion um die Vergabe des Plöner Breitbandnetzes an die Deutsche Glasfaser aufgekommen. „Wir können mit unseren Stadtwerken Geld verdienen“, sagte Pfau und wies auf die schlechte Haushaltslage Plöns hin. So habe die Entscheidung, in Plön Breitband durch die Deutsche Glasfaser anzubieten, für Empörung und Unverständnis gesorgt. Die beiden zum Zeitpunkt der Entscheidung im Rennen befindlichen Bürgermeisterkandidaten hätten sich dafür ausgesprochen, Glasfaser in Plön durch die Stadtwerke anzubieten. Pfau verglich die Stadtwerke mit einer „Ölquelle, die wir haben“.

Ratsherr und Mitglied des Verwaltungsrates der Stadtwerke, Gerd Weber (Grüne), ist sich sicher: „Wir würden hier alle sofort für die Zukunft der Stadtwerke die Hand heben.“ Er setzte den SPD-Vorstoß in die Ecke des Wahlkampfes. Schließlich könnte Thorsten Pfau seinen Vorstoß auch direkt im Verwaltungsrat vornehmen. Ein Beschluss zum SPD-Antrag würde dem Verwaltungsrat der Stadtwerke Fesseln anlegen. Weber wies auf das große Spannungsfeld politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen hin.

Ein Gutachten habe davon abgeraten, dass die Stadtwerke Plön sich nicht am Glasfaserausbau in Plön beteiligten. Dafür sei eine Investition von acht bis zehn Millionen Euro nötig. Weber: „Und das ist eben zu viel Geld für die Stadtwerke Plön.“ Als wenig wahrscheinlich habe das Gutachten auch die Chance einer 60-prozentigen Anschlussquote gesehen. Und schwarze Zahlen sollten erst nach 20 Jahren zu Buche schlagen. Außerdem, so Weber, hätten sich die Stadtwerke Plön zu keinem Zeitpunkt an der Ausschreibung zum Glasfasernetz beteiligt.

Oliver Hagen (CDU) unterstütze Gerd Weber. Auch er – Hagen – wolle als Ratsherr und Mitglied des Verwaltungsrates die Zukunft der Stadtwerke sichern. Noch mehr würde er sich freuen, wenn auch alle Plöner Kunden der Stadtwerke Plön wären. Doch: „Gas und Strom sind woanders günstiger“, sagte Hagen. Deshalb seien die Plöner Kunden abgewandert. Auch die Handwerkerstunde der Stadtwerke werde höher berechnet als bei einem Handwerksbetrieb.

Frank Evers (FWG Plön) freute sich über gut aufgestellte Stadtwerke. Deshalb würde der SPD-Antrag auch nicht benötigt. Die Verhinderung, dass die Stadtwerke Plön den Breitbandausbau vornehmen, sei zukunftsweisend, weil es die Stadt kein Geld koste. Jens-Uwe Seligmann (FWG Plön) hingegen befürwortete den SPD-Antrag. Er forderte mehr Fachkompetenz im Verwaltungsrat der Stadtwerke. Die Breitband-Entscheidung sei eine Ohrfeige gegen den neuen Bürgermeister gewesen. Die Plöner hätten kein Vertrauen in die Deutsche Glasfaser. Seligmann forderte Visionen und Ideen für Plön aus dem Verwaltungsrat der Stadtwerke heraus. Seligmann erkannte bei einigen Mitgliedern des Verwaltungsrates „Angst vor Machtverlust“ und einen „Markt der Eitelkeiten“. Für Gabriele Killig (FDP) und Dr. Ingeborg Unbehauen (Grüne) war der SPD-Antrag überflüssig.

Oliver Hagen holte dann die Kuh vom Eis. Mit Zustimmung des Antragstellers Thorsten Pfau sollen nun konkrete Handlungsweisen im Hauptausschuss und im Verwaltungsrat besprochen werden. Ziel sei es, der Ratsversammlung ein Konzept mit Handlungsweisen vorzulegen.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen