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Insel-Wahl 2015 : Fehmarn: Bürgerentscheid gegen Gewerbepark am Belt

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Fünf Kandidaten traten am Sonntag zur Wahl um das Amt des Bürgermeisters auf Fehmarn an: Zwei Kandidaten setzen sich durch. Jörg Weber und Gunnar Mehnert müssen in die Stichwahl.

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2015 | 12:50 Uhr

Fehmarn | SPD-Kandidat Jörg Weber (47) und sein Konkurrent Gunnar Mehnert (53) treten in drei Wochen, am 29. März, bei der Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters von Fehmarn gegeneinander an. Sie erhielten am Sonntag die meisten Stimmen unter fünf Kandidaten, teilte die Stadt Fehmarn mit. Mehnert war bei der vergangenen Wahl 2009 der Kandidat der SPD, unterlag jedoch dem parteilosen Amtsinhaber Otto-Uwe Schmiedt. Nachdem er sich in der parteiinternen Kandidatenkür nicht gegen Fraktionschef Weber durchsetzen konnte, trat Mehnert im vergangenen Herbst nach 26 Jahren Kommunalpolitik aus der SPD aus und kandidiert nun als unabhängiger Bewerber.

Im ersten Wahlgang erhielt Weber 41,0 Prozent der Stimmen, Mehnert 25,3 Prozent. Auf dem dritten Platz landete Rainer Loosen, der für die CDU kandidierte, mit 22,9 Prozent. Der bisherige Amtsinhaber Otto-Uwe Schmiedt (parteilos) hatte nach zwölf Amtsjahren nicht wieder kandidiert.

Am Sonntag fiel die Entscheidung in Sachen Gewerbegebiet deutlich aus: Zwei Drittel der Anwohner haben sich gegen ein Gewerbegebiet neben der Baustelle für den geplanten Ostseetunnel nach Dänemark ausgesprochen. Bei einem Bürgerentscheid stimmten 64,5 Prozent der Abstimmungsberechtigten für die Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses. Damit dürfe in den nächsten zwei Jahren kein Bebauungsplan für das Gebiet zwischen Puttgarden und Marienleuchte aufgestellt werden, sagte am Montag der zuständige Stadt-Fachbereichsleiter Hans-Jürgen Moller.

Auf dem rund 15 Hektar großen Areal im Norden der Insel wollte die Firma Baltic Facility Solutions Lagerflächen und Dienstleistungen rund um die Tunnelbaustelle anbieten. Dadurch sollten auch Unternehmen von Fehmarn und aus Schleswig-Holstein vom Bau der festen Fehmarnbeltquerung profitieren. Anwohner befürchteten jedoch sinkende Immobilienpreise, zusätzlichen Lärm und weniger Touristen. Die Abstimmung habe sich vermutlich weniger gegen das Gewerbegebiet als gegen den Ostseetunnel gerichtet, sagte der Geschäftsführer von Baltic Facility Solution, Mirko Schönfeldt, am Montag.

Alle fünf Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters hatten sich nach Angaben der Bürgerinitiative „Bewahrt Fehmarn“, die den Bürgerentscheid angeschoben hatte, gegen das Gewerbegebiet ausgesprochen. Keiner von ihnen erhielt jedoch am Sonntag die erforderliche Mehrheit.

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