Favoritensturz in Oldenburg

Der überragende Daniel Junge (rechts) setzt den Timmendorfer Linksverteidiger Eric Owosu mit einem Querpass matt.
Der überragende Daniel Junge (rechts) setzt den Timmendorfer Linksverteidiger Eric Owosu mit einem Querpass matt.

Fußball-Kreispokal: Außenseiter OSV zieht mit einem überraschend deutlichen 4:0(1:0) gegen Strand 08 ins Endspiel ein

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31. Oktober 2018, 21:32 Uhr

Der Herbstmeister der Fußball-Oberliga Schleswig-Holstein hatte die erste Chance des Spiels, doch der Timmendorfer Jannik Gerlach scheiterte in der siebten Spielminute am Oldenburger Torhüter Felix Prokoph, der den Schuss mit einer Fußabwehr parierte. Danach brachte Strand 08 nicht mehr viel zustande, während der Oldenburger SV mit seiner exzellenten Chancenverwertung viermal zuschlug. Überragender Spieler auf dem Platz war Daniel Junge, der an drei der vier Treffer beteiligt war.

Gastgeber Oldenburger SV überließ dem Favoriten vor rund 300 Zuschauern keinesfalls das Feld. Der Landesligist stellte geschickt die Räume zu und zeigte nach 19 Minuten seine Klasse im Umschaltspiel. Kapitän Björn Wölk spielte einen langen Pass auf den linken Flügel, wo Daniel Junge das Sprintduell gewann und es aus spitzem Winkel mit einem Torschuss probierte, Gästetorwart Yilmaz Caglar hatte keine Abwehrchance, doch der Schuss wäre vorbei gegangen, wenn nicht Julian Brauer mitgelaufen wäre und den Ball aus zwei Metern zum 1:0 ins Netz befördert hätte. Die Timmendorfer nahmen den Treffer emotionslos hin, sie bemühten sich, das Spiel in den Griff zu bekommen, blieben aber im Angriff harmlos. „In der ersten Halbzeit sah unser Spiel noch ganz vernünftig aus“, meinte der Timmendorfer Trainer Frank Salomon nach dem Schlusspfiff. Er grollte aber wegen der Leistung seines Teams in den zweiten 45 Minuten: „Da hat man deutlich gesehen, dass uns die richtige Einstellung gefehlt hat!“

Mit einem Geschenk leitete Torwart Caglar das zweite Tor ein. Er blieb beim Versuch eines Dribblings an Junge hängen, der dem Timmendorfer Schlussmann den Ball abluchste – und ihn am frustrierten Caglar vorbei ins verlassene Tor schob (61.). Frank Salomon setzte jetzt noch mehr auf Offensive. Er wechselte Lars Gödeke für Marcel-Sven Meyer ein (63.). Doch der Oldenburger SV ließ sich nicht beeindrucken. Daniel Junge wurde zum Wegbereiter, passte den Ball zum schnellen Danny Cornelius, der das 3:0 markierte (67.).

Die Gastgeber hatten in den Brüdern Björn und Kevin Wölk die Taktgeber in ihren Reihen, der eine als Abwehrorganisator, der andere als Spielmacher. Den Beiden hatte Strand 08 nichts entgegenzusetzen. Die Timmendorfer ließen die Köpfe hängen, glaubten sichtbar nicht mehr an den eigenen Erfolg. Ein Schuss von Gödeke aus 20 Metern, den OSV-Torwart Prokoph mit dem Fuß zur Ecke abwehrte, war die gefährlichste Aktion (74.). Auf der anderen Seite setzte Pascale Janner das Sahnehäubchen auf den Erfolg: Er verlängerte eine Ecke von Kevin Wölk mit dem Kopf zum 4:0-Endstand ins Netz (88.).

Co-Trainer Florian Albrecht vertrat den erkrankten Coach Andreas Brunner. Er meinte: „Wir haben das richtig gut gemacht und unsere Konter konsequent in Tore umgesetzt. Unser Sieg ist vielleicht um ein Tor zu hoch ausgefallen.“ Er lobte die geschlossene Mannschaftsleistung, mahnte aber auch zur Konzentration auf den Landesligaalltag: „Wichtig ist, dass wir auch am Wochenende gegen den SV Schackendorf nicht nachlassen, denn wir wollen unsere gute Ausgangsposition nicht aufs Spiel setzen!“

Frank Salomon haderte damit, dass seinem Team eine Führungspersönlichkeit fehlte: „Wir haben gesehen, wie wichtig Spieler wie Marco Pajonk und Marcello Meyer sind, die uns heute nicht zur Verfügung gestanden haben.“

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