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Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 15:02 Uhr

Fast jeder vierte Papa nahm Elternzeit

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Quote im Kreis Ostholstein liegt unter dem Landesdurchschnitt / Tipps für den Antrag von Elterngeld – Mütter stehen oft schlechter da

shz.de von
erstellt am 09.Jan.2016 | 00:34 Uhr

Im Kreis Ostholstein haben 285 Väter, deren Kind im Jahr 2013 zur Welt kam, Elterngeld bezogen. Gemessen an der Gesamtzahl der geborenen Kinder lag deren Anteil bei 23,8 Prozent. Somit nutze also fast jeder vierte Papa das Angebot, um sich um die Betreuung seines Kindes zu kümmern.

„Die Quote der männlichen Elterngeldbezieher im Kreis lag unter dem schleswig-holsteinischen Schnitt von 26,7 Prozent“, verdeutlicht Peter Rupprecht von der Krankenkasse IKK Classic anhand der aktuellen Elterngeldstatistik des Statistischen Bundesamtes. Die durchschnittliche Bezugsdauer lag bei den Ostholsteiner Vätern bei 3,2 Monaten, ihr durchschnittliches Elterngeld betrug monatlich 1137 Euro. Landesweit lag die Bezugsdauer im Schnitt bei 3,3 Monaten mit einem monatlichen Elterngeld von durchschnittlich 1155 Euro.

Die höchste Quote von Vätern in Schleswig-Holstein, die 2013 Elternzeit nahmen, hat mit 35,7 Prozent der Kreis Stormarn, die niedrigste mit 16 Prozent die Stadt Neumünster.


Elterngeldantrag und zuständige Stellen


Das Elterngeld muss schriftlich bei der zuständigen Elterngeldstelle beantragt werden. Für den Kreis Ostholstein ist dies die Außenstelle Lübeck des Landesfamilienbüros im Landesamt für soziale Dienste.

Jeder Elternteil kann für sich einen Antrag auf Elterngeld stellen. Der Antrag muss nicht sofort nach der Geburt des Kindes gestellt werden. Rückwirkend werden Zahlungen jedoch nur für die letzten drei Monate vor Beginn des Monats geleistet, in dem das ausgefüllte Formular bei der Elterngeldstelle eingegangen ist. Außerdem gilt: „Bei der gesetzlichen Krankenkasse besteht die Mitgliedschaft fort, solange Elterngeld bezogen wird. Aus dem Elterngeld sind keine Beiträge zu leisten. Diese Beitragsfreiheit gilt jedoch nur für das Elterngeld selbst, nicht für mögliche andere Einnahmen“, sagt Peter Rupprecht und rät, sich vor Beantragung des Elterngeldes bei ihrer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung beraten lassen.


Elterngeld-Plus könnte sich lohnen


Für Eltern, die Elternzeit und Teilzeitarbeit miteinander kombinieren möchten, lohne sich Elterngeld-Plus. Mit den Regelungen können Mütter und Väter länger Elterngeld beziehen, wenn sie nach der Geburt ihres Kindes Teilzeit arbeiten. Sie erhalten Elterngeld-Plus in maximal halber Höhe des Elterngeldes, das dem Elternteil ohne Einkommen nach der Geburt zustünde, dafür aber doppelt so lange. Aus einem Elterngeldmonat werden so zwei Elterngeld-Plus-Monate.


Mütter bekommen oft weniger Elterngeld


Vielen verheirateten jungen Müttern entgeht wiederum Elterngeld in erheblicher Höhe, weil sie sich für die ungünstige Steuerklasse V entschieden haben. Mehr als 99 Prozent der etwa 20 Millionen steuerpflichtigen Ehepartner bevorzugten die Steuerklassenkombination III und V, die dem besserverdienenden Partner ein erheblich höheres Netto-Gehalt verspricht, brachte die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion ans Licht. In 90 Prozent der Fälle wählten die Ehefrauen die deutlich schlechtere Steuerklasse. Wegen ihres geringeren Netto-Verdienstes falle das monatliche Elterngeld nach der Geburt eines Kindes sehr niedrig aus.


Weitere Informationen rund um das Thema Elterngeld sowie einen Elterngeldrechner finden Interessierte auf der Internetseite www.familien-wegweiser.de



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