Fast 70 000 Euro für gute Zwecke

Präsentierten gestern die Bilanz: Die Vorstandsmitglieder (von links) Reimer Rohde, Joachim Wallmeroth, Jens Teichert und Manfred Rath.
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Präsentierten gestern die Bilanz: Die Vorstandsmitglieder (von links) Reimer Rohde, Joachim Wallmeroth, Jens Teichert und Manfred Rath.

Bilanz der Bürgerstiftung Ostholstein: Überdurchschnittlich hohe Ausschüttung im vergangenen Jahr / Niedrige Zinsen bleiben Problem

shz.de von
07. Januar 2015, 11:16 Uhr

Dem extrem niedrigen Zinsniveau zum Trotz haben die Bürgerstiftung Ostholstein und die 33 Stiftungen, die als sogenannter Stiftungsfonds unter ihrem Dach vereint sind, im vergangenen Jahr ihr Kapital erhöht und trotzdem mit gut 67  000 Euro überdurchschnittlich viel Geld für gemeinnützige Zwecke ausgeschüttet. Der Vorstand legte gestern in einem Pressegespräch die Bilanz für 2014 vor.

Das anhaltend niedrige Zinsniveau macht nicht nur Sparern zu schaffen, sondern im besonderen Maße Stiftungen, die das Geld ausschütten, das sie mit Kapitalanlagen erwirtschaften. Die Bürgerstiftung Ostholstein sei in der glücklichen Lage, in guten Zeiten Geld zu guten Konditionen und über 20 Jahre angelegt zu haben, sagte der Vorsitzende, Jens Teichert.

Problematisch wird es allerdings mit neuem Geld zur Aufstockung des Stiftungskapitals: Bei Zinsangeboten von etwa einem Prozent selbst bei langfristigen Anlagen werde nicht einmal die Inflationsrate erreicht.

Was also tun? „Da hilft nur Geduld“, sagt Geschäftsführer Jörg Schumacher. Man müsse einfach so lange warten, bis sich wieder bessere Konditionen abzeichneten. Die Möglichkeit, Aktien zu kaufen oder auch wegen einer möglichen hohen Rendite in Unternehmensbeteiligungen zu investieren, wolle die Bürgerstiftung Ostholstein nicht nutzen, betonte Teichert. Wegen der noch über viele Jahre gesicherten Zinserträge sei das auch nicht nötig. Und befördert werde die Stiftungsarbeit zum Glück auch durch Spenden, die nicht in das Kapital flössen, sondern an gemeinnützige Projekte weitergeleitet würden.

Trotz der schwierigen Anlagesituation sei das Stiftungskapital schon zu Beginn des vergangenen Jahres auf über zwei Millionen Euro gestiegen. Zum Jahresende ergaben sich folgende Zahlen: Das Stiftungskapital erhöhte sich um 144  000 Euro auf 2,041 Millionen, darin sind 1,234 Millionen der 33 kleinen Stiftungen, deren
Kapital um knapp 39  000 Euro gewachsen ist.

Die Bürgerstiftung habe fast 30  000 Euro für gemeinnützige Zwecke ausgeschüttet, die 33 Stiftungen des Stiftungsfonds’ zusammen 37  500 Euro. Teichert: „Unser Ziel, im Jahr etwa 60  000 Euro auszuschütten, haben wir damit erreicht und übertroffen.“

Sehr aktiv seien die Bürgerstiftungen in Bad Schwartau, Eutin, Neustadt und Ratekau, die mit eigenen Projekten und Förderungen vor Ort wertvolle Arbeit leisteten. Und in Planung sei eine Bürgerstiftung in Oldenburg: Dr. Stephanie Barth, ehemalige Geschäftsführerin des Wallmuseums, und Reimer Rohde, Ruheständler und zuletzt Vertriebsdirektor der Sparkasse für Firmenkunden in Ostholstein, hätten sich dieses Ziel gesetzt.

Zu den geförderten Projekten der Bürgerstiftung gehörten wieder der Frauen-Notruf Ostholstein, Projekte des Kinderschutzbundes Neustadt wie die vier Familienzentren in Ostholstein und das Projekt „Elternbriefe“, mit dem 500 Familien und rund 750 Kinder in Ostholstein erreicht würden. Neu sei eine Beteiligung an der vor wenigen Tagen gegründeten Initiative Beruf und Familie.

Als großes neues Projekt hat die Bürgerstiftung in Eutin die Umwandlung der Vogtkate vor den Torhäusern des historischen Bauhofes zu einem „Haus der Stiftungen“ erkoren. Das soll rechtzeitig zur Landesgartenschau 2016 zu einem außerschulischen Lernort in Verbindung mit dem „Bildungsspaß Ostholstein“ der Sparkassen-Stiftung werden. Jörg Schumacher betonte, dass dieser Lernort nicht auf die Dauer der Landesgartenschau begrenzt sei, sondern auch in den Jahren danach ein naturverbundenes Bildungsangebot für Kinder in Eutin anbieten wolle.

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