CDU-Mitgliederversammlung : Fast 100 Prozent für Gädechens

Daumen hoch: Ingo Gädechens will 2013 wieder direkt in den Bundestag einziehen.  Foto: Marc Dobkowitz
Daumen hoch: Ingo Gädechens will 2013 wieder direkt in den Bundestag einziehen. Foto: Marc Dobkowitz

Der CDU-Bundestagsabgeordnete ist der landesweit erste Direktkandidat seiner Partei für die Bundestagswahl im kommenden Jahr.

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17. September 2012, 11:07 Uhr

Lensahn | Mit einer überwältigenden Mehrheit von 98,2 Prozent hat die CDU Ostholsteins Bundestagsabgeordneten Ingo Gädechens bereits jetzt erneut als Kandidaten für die Bundestagswahl 2013 aufgestellt. Gädechens erhielt am Sonnabend bei der Wahlkreis-Mitgliederversammlung Ostholstein/Nordstormarn im "Haus der Begegnung" 112 Stimmen, lediglich zwei Delegierte votierten gegen ihn, einer enthielt sich. Der Fehmaraner münzte die drei fehlenden Stimmen ins Positive: "Es muss noch Luft nach oben sein."

Gädechens ist damit der erste Direktkandidat der Nord-CDU für die Bundestagswahl, die voraussichtlich in etwa einem Jahr stattfinden wird. Der 52-Jährige will nach 2009 erneut im Wahlkreis Ostholstein/Stormarn Nord direkt in den Bundestag einziehen. In seiner Bewerberrede ging er besonders mit den Abgeordneten der SPD in Bund und Land hart ins Gericht. Beherrschendes Thema neben der Euro- und Finanzkrise: die feste Fehmarnbelt-Querung.
Grüße von Willy Brandt

Eine ungewollte Hommage an die SPD hatte allerdings zuvor der stellvertretende Vorsitzende der CDU Stormarn geliefert. Er richtete statt von seinem Vorsitzenden Claus Brandt Grüße von Willy Brandt aus. Die Versammlung nahm es mit Heiterkeit.

Viele Entwicklungen im Zusammenhang mit Beltquerung und ihrer Hinterlandanbindung, wie ein Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren, seien auf das Wirken und Handeln der CDU zurückzuführen, betonte Gädechens. Auch die sich nun abzeichnende zweite Sundquerung sei seiner Hartnäckigkeit in Bund und Land zu verdanken und kein Verdienst der aktuellen "Küsten-Chaos-Koalition", wie er die Regierungskoalition in Kiel nannte. Im Gegensatz zum SPD-Landtagsabgeordneten Lars Winter habe er eine realistische Haltung zum Staatsvertrag und sehe die Ausstiegsklausel nicht als solche: "Es ist davon auszugehen, dass die Querung kommt." Vor diesem Hintergrund verurteilte er die im Koalitionsvertrag festgelegte Streichung der 60 Millionen Verpflichtungserklärung die von CDU und FDP in den Landeshaushalt aufgenommen worden waren. "Was da jetzt stattfindet, ist Politik gehen die Menschen."
Ausgeglichener Haushalt "relativ sicher zu erreichen"

"Unser Land steht gut da", zeigte sich Ostholsteins CDU-Kreisvorsitzender sicher. Der von der Bundesregierung eingeschlagene Weg aus Finanz- und Euro-Krise sei richtig und müsse konsequent zu Ende gegangen werden. Geschlossenheit in Partei und Koalition sei dabei wichtigste Prämisse. Bei anhaltender Haushaltsdisziplin sei der ausgeglichene Haushalt bis 2016 "relativ sicher zu erreichen".

Auf Rückenwind für seine Kandidatur setzt Gädechens durch die schleswig-holsteinischen Kommunalwahlen am 26. Mai. Dann werde die CDU Mehrheiten erringen, weil sie "eine bessere, gerechtere und ehrlichere Politik betreibe". Er wolle mit seiner Bundestagskandidatur verhindern, "dass das Erreichte leichtfertig durch linke Neiddebatten, grüne Besserwisserei und sozialdemokratische Verantwortungslosigkeit zerstört wird". Für seine Rede erntete Gädechens tosenden Applaus.

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