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Eutiner Weber-Gymnasium : Farbkonzept führt durch den Anbau

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

16 Monate dauerten die Arbeiten am Neubau des Weber-Gymnasiums – ab heute nutzen Schüler die neuen Fachräume.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Eutin | Groß ist er, der neue Anbau ans Eutiner Carl-Maria-von-Weber-Gymnasium: In den vergangenen 16 Monaten sind sechs Fachräume, drei Arbeitsräume, ein Computerraum, komplett neue Toilettenanlagen sowie ein überdachter Innenhof mit insgesamt 1651 Quadratmetern Nutzfläche entstanden. Und trotzdem sind es die kleinen Dinge, über die Hausmeister Benjamin Denissow sich am meisten freut.

Zum Beispiel darüber, dass die Fachraumtüren nicht mehr mit einem Schlüssel, sondern per Chip geöffnet werden. Oder darüber, dass es auf den Toiletten keine Papierhandtücher mehr geben wird. Stattdessen ist an der Wand ein Halter mit einer Stoffrolle anmontiert, die regelmäßig ausgetauscht wird. Das vermeidet Müll, außerdem können keine Papiertücher herumgeworfen werden.

Besonders begeistert ist Denissow aber von den neuen Pissoirs in den Herrentoiletten. Denn die funktionieren mittels einer speziellen Membrantechnik – spülen ist nicht mehr notwendig. Und da die Abflussrohre mit einem Gitter abgedeckt sind, können die Schüler auch kein Papier oder andere Gegenstände mehr hineinwerfen und die Pissoirs so verstopfen – für den Hausmeister eine enorme Erleichterung.

Doch auch an eine Hilfestellung für orientierungslose Schüler haben die Architekten gedacht. Immerhin ist das Schulgebäude mit seinem Altbau, dem Neubau und dem neuen Anbau im Laufe der Jahre recht unübersichtlich geworden. Sollte ein Schüler einmal nicht wissen, in welchem Themenbereich des Anbaus er sich befindet, dann braucht er lediglich einen Blick auf die Türen zu werfen. Nicht, weil dort stehen würde, wo er sich befindet. Sondern weil die Farbe der Tür es ihm verrät. Die Physikräume im Untergeschoss haben blaue Türen und Farbakzente, die Biologieräume sind an ihren grünen Türen zu erkennen und die Chemieräume im Obergeschoss sind gelb gekennzeichnet.

Auch die Anordnung der Fachräume in den unterschiedlichen Stockwerken ist wohl durchdacht: „Die Chemieräume sind ganz oben, damit die Abluftrohre nicht durch das ganze Gebäude führen müssen“, erklärt Hausmeister Denissow.

Je zwei Fachräume teilen sich einen Arbeitsraum. In diesem werden die Unterrichtsmaterialien aufbewahrt, außerdem sind dort die Arbeitsplätze für die Fachlehrer eingerichtet. Und die sind auch dringend nötig. „Früher gab es hier überhaupt keine Arbeitsplätze“, schildert der Hausmeister, der diese neuen Räume als ein „notwendiges Muss“ bezeichnet.

Überhaupt die Lehrer: Die scheinen sich über den Neubau genauso zu freuen wie Hausmeister Denissow. Teilweise haben sie sogar richtig mitgearbeitet. Etwa, als jedes Physikexponat vor seinem Umzug in die neuen Schränke von den Lehrern noch einmal sorgfältig abgestaubt und sauber gemacht wurde. Oder bei der Sammlung ausgestopfter Tiere. Diese Sammlung findet sich nun erstmals vereinigt in einem Raum und wurde von einem der Biologielehrer sorgfältig in den Vitrinen drapiert. „Ich finde es toll, wie die Lehrer mit angepackt haben“, sagt Denissow.

Es ist viel neue und zeitgemäße Technik, die im Anbau verbaut wurde. Nicht nur die nur einem Chip zu bedienenden Schließsysteme der Türen oder die speziellen Akustik-Decken, die den Lärm in den Klassen schlucken sollen. „In der Deckenverkleidung sind Waben und dahinter befindet sich ein Dämmstoff“, erklärt Hausmeister Denissow, der seit vier Jahren am Weber-Gymnasium arbeitet. In vielen der neuen Räume wurde auch ein Präsenzmelder für das Licht eingebaut. Dabei handelt es sich um eine Art Bewegungsmelder. Ist niemand mehr in der Klasse, wird das Licht automatisch ausgeschaltet. Zu viel Technik aber wollte Denissow im Neubau auch nicht haben. „Wo viel Technik ist, kann auch viel kaputt gehen“, so sein Argument.

Nicht kaputt gehen werden hoffentlich die neuen Tafeln. Statt der aus früheren Zeiten bekannten grünen Tafeln hängen an den Wänden der Klassenräume jetzt moderne „Smart-Boards“. Diese werden nicht mehr mit Kreide beschriftet, sondern mittels einer Computertastatur. Auch lassen sich problemlos Bilder, Grafiken oder Filme darauf projektieren und in die Tafelbilder einbauen. Gelöscht wird alles mit einem Knopfdruck. Doch ganz vergangen ist die gute alte Zeit dennoch nicht: „Wenn man will, kann man alles auch noch mit einem Schwamm wegwischen“, sagt Hausmeister Denissow.

Nicht nur mehrere neue Räume sind durch den Anbau entstanden, sonder auch ein neuer Innenhof. Dessen eine Seite bildet die frühere Außenmauer des „alten“ Neubaus. Noch erstahlt diese Fassade in hellem weiß. In wenigen Jahren aber soll sie mit schnell wachsenden Rankpflanzen begrünt sein. Auch im Innenhof selbst, der mit gebackenen Pflastersteinen ausgelegt ist, wurden zwei Bäume gepflanzt. „Das sind Benjamini“, sagt Hausmeister Benjamin Denissow grinsend. Rund um den neuen Innenhof stehen Steinmauern als Sitzbänke zur Verfügung. Unterbrochen werden sie nur von zwei hölzernen Rampen, die zu zwei Glastüren führen. Diese Türen, die früher Außenfenster waren, führen in die neue Mensa.

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