Eutiner Festspiele : Farbenfroh und aktuell

Das Muscial um Milchmann Tevje und seine Familie steht in Eutin mitten in den letzten Proben vor der Premiere.
Das Muscial um Milchmann Tevje und seine Familie steht in Eutin mitten in den letzten Proben vor der Premiere.

Nach „Der Troubadour“ heißt der nächste Streich der Eutiner Festspiele jetzt „Anatevka“. Regisseurin Anette Leistenschneider hat ihr Team und den Musical-Klassiker vorgestellt.

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16. Juli 2014, 04:00 Uhr

„Wenn ich einmal reich wär“ ist nur eines der bekanntesten Lieder eines der berühmtesten Musicals der Welt – Anatevka. Am Freitag, 25. Juli, feiert das Broadway-Stück auf der Naturbühne der Eutiner Festspiele Premiere. In einer farbenfrohen, an Bilder des französischen Malers Marc Chagall angelehnten Kulisse, mit klassischen Kostümen. Zurzeit finden die letzten Proben statt. Für Regisseurin Anette Leistenschneider ist Anatevka „prädestiniert für eine Openair-Aufführung“. Und es hat sehr viel Bezug zur Gegenwart: „Alles ist uns sehr nahe, obwohl das Stück vor mehr als 100 Jahren spielt“, sagt Leistenschneider. Was sich zurzeit in Israel wiederholt, sei eine „erschreckende Parallele“ zum Musical-Stoff, der mit Blick auf die heutige Ausgrenzung von Minderheiten aktueller denn je sei.

Dessen sind sich auch die 16 Protagonisten auf der Bühne bewusst, die sich gestern erstmals öffentlich als Ensemble der Öffentlichkeit vorstellten. Unter ihnen sind einige für das Publikum alte Bekannte – wie Lisa Jackson (Sopran), die bereits vor zwei Jahren in der Operette „Die Blume von Hawai“ auf der Eutiner Bühne stand und Claus J. Frankl (Tenor), der im gleichen Stück ebenfalls 2012 auf der Naturbühne zu erleben war. Aber Anatevka bedeutet für viele Sänger auch ein Eutin-Debüt – wie für Wolfgang Scheiner, der noch bis März diesen Jahres beim Musical „Rocky“ in Hamburg engagiert war. Oder auch Markus Stolberg, vielen Zuschauern eher als Schauspieler aus TV-Serien wie „Landarzt“, Großstadtrevier“ oder „Rote Rosen“ bekannt. „Ich fühle mich wohl im Ensemble“, sagte Stolberg gestern. Und seine Kollegen nickten zustimmend. Eine Doppelrolle hat wiederum Martin Schurr inne. Der Balletttänzer ist Choreograf der Inszenierung und spielt gleichzeitig im Stück mit. „Nur an die schräge Bühne muss ich mich gewöhnen“, sagte der Festspiel-Neuling.

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