Nachwuchsautor : Fantasyliteratur made in Malente

Auch am Cover  seines Romanes hat Marcel René Klapschus mitgearbeitet. Foto: Resthöft
Auch am Cover seines Romanes hat Marcel René Klapschus mitgearbeitet. Foto: Resthöft

Marcel René Klapschus veröffentlichte "Der rote Ozean" und will mehr bieten als nur eine schöne Welt

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28. März 2011, 11:54 Uhr

Derzeit wimmelt es in deutschen Buchhandlungen nur so von Elben, Zauberern und Vampiren. Wer will, kann sich in die vielfältigsten Welten entführen lassen. Doch Marcel René Klapschus, der sich selbst als Fantasy-Fan bezeichnet, reicht das nicht. "Es gibt wenig wirklich Neues", beklagt der 24-Jährige. Anstatt jedoch darauf zu hoffen, dass sich das ändert, hat der Malenter selbst zum Stift gegriffen. Mitte Februar erschien sein Roman "Der rote Ozean".

Bereits seit vielen Jahren ist Klapschus von der japanischen Kultur fasziniert. Vor allem die Tradition der Animé und der fantastischen Geschichten haben es ihm angetan. "Freude und Leid liegen dort dicht beieinander", erklärt er. "Außerdem gehen dort Realität und Fantastik ineinander über" - etwas, das den Fachinformatiker inspiriert und was er in der westlichen Literatur vermisst.

Klapschus verfolgt große Ziele mit seinem Roman. "Ich glaube, dass Fantastik mehr kann, als den Leser immer nur in eine schöne Welt abtauchen zu lassen." Er will die Leser zum Nachdenken anregen. Und so vereinigen sich in seinem 222 Seiten starken Buch die Themen Religion, Toleranz, Naturkatastrophen und Weltkriege. Es ist das Jahr 2027: In Jerusalem taucht ein mysteriöser Riese auf einem Jerusalemer Marktplatz auf, der jedoch bald von einem Attentäter getötet wird. Bei einer Hochzeit in Beirut treffen Brian und Khayra aufeinander und die Ozeane verfärben sich blutrot. Am Ende geht es um nichts weniger als die Zukunft der Menscheit. "Man kann in einem Fantasy-Roman auch knallharte Themen anpacken", ist Klapschus überzeugt.

Dabei ist ihm ein Punkt sehr wichtig: "Ich will dem Leser keine Antworten vorgeben." Ein Hauptproblem in der heutigen Zeit sei es, dass die Leute ungefiltert das konsumieren, was die Medien ihnen vorsetzen, so Klapschus. "Sie hinterfragen nichts mehr." In diese Wunde will er stoßen. Absichtlich lässt sein Buch Freiräume. "Ich will keinen Schätzing spielen, der alles bis ins kleinste Detail erklärt", so der Autor. Natürlich habe er für sich die Antworten auf die in seinem Buch aufgeworfenen Fragen gefunden. "Aber ich maße mir nicht an, dass meine Antworten die richtigen sind." Jeder Leser müsse für sich eigenen Antworten finden.

Ziemlich schnelle Antwort bekam Klapschus, als er sich an Verlage wandte. Etwa zehn Verlage hatte er angeschrieben - und der Verlag Periplantea antwortete noch in der gleichen Nacht auf seine Mail. Dabei ist es Klapschus wichtig, dass es sich bei Periplantea nicht um einen Book-on-Demand-Verlag handelt. "Ich selbst muss nichts dazubezahlen." Allerdings hat er auch mit den Problemen vieler ambitionierter Autoren zu kämpfen. "Es ist hier in der Region schwierig, Lesungen zu organisieren", klagt Klapschus. Auf dem Land gebe es leider kaum Klientel für seine Art des Schreibens. Anders jedoch in Berlin, wo in absehbarer Zeit Lesungen geplant sind.

Bis dahin gehen Klapschus und sein Verlag für seine Zukunftsvision neue Wege der Vermarktung. So kann man "Der rote Ozean" auch auf sein Handy laden. Die kostenlosen Probekapitel haben sich bereits über 160 Leute heruntergeladen, freut sich Klapschus.

Und noch ist die Fantasie des Fantasyautoren nicht erschöpft. Er arbeitet bereits an seinem nächsten Buch.

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