Falsche Polizisten betrügen Senioren

Polizei verzeichnet erneut Anstieg von Betrügereien zum Nachteil von Senioren

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08. November 2018, 15:27 Uhr

Besonders Senioren sind in den vergangenen Tagen Ziel von Betrügereien geworden. Anrufer geben sich häufig als Polizeibeamte, Enkel in Geldnöten oder Überbringer von hohen Geldgewinnen aus und legen dabei Senioren aufs Kreuz. So sind schon viele tausend Euro von den Betrügern erbeutet worden, teilt die Polizei mit.

Seit Anfang Oktober verzeichnet die Polizei etwa 175 angezeigte Versuchstaten, sagte Polizeisprecher Matthias Felsch. In diesen Tagen seien es besonders falsche Polizeibeamte – ein Herr Beckmann, der angeblich beim Betrugsdezernat arbeiten würde, fragte am Telefon nach Wertgegenständen, Bargeld und Tresore.

Felsch: „ Die Polizei nimmt kein Bargeld oder Wertgegenstände zur Sicherung oder Überprüfung entgegen.“ Die Täter, die sich als Polizeibeamte am Telefon oder vor der Haustür mit einem solchen Anliegen an Menschen wenden, gingen in der Regel hochprofessionell vor und verwickelten ihre Gegenüber in lange Gespräche, zum Teil mit unterschiedlichen Gesprächspartnern.

In einigen Fällen wurden die Angerufenen auch zur Verschwiegenheit verpflichtet und man drohte mit strafprozessualen Maßnahmen, falls der Angerufene mit Dritten über den Vorfall sprechen würde. In diesen Fällen, so rät Matthias Felsch, sollte umgehend Kontakt zur Polizei aufgenommen werden. Wachsam sollte man sein, wenn vermeintliche Angehörige kurzfristig Geld für den Kauf eines Autos, eines Hauses oder Ähnliches benötigen und das Geld an vermeintliche Freunde ausgehändigt werden soll.

Natürlich könnte man auch noch im reiferen Alter vor Freude an die Decke springen, wenn einem jemand am Telefon von einem nicht unerheblichen Gewinn bei einem Preisausschreiben berichtet. Es gibt allerdings kein Preisausschreiben, bei dem man vor der Gewinnausschüttung selbst zur Kasse gebeten wird.

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