Kreis Plön : Fallwild wird in Container entsorgt

Eine „ekelerregende Geruchsbelästigung“ geht von dem im offenen Containern gesammelten Fallwild aus.   Fotos: hfr
1 von 2
Eine „ekelerregende Geruchsbelästigung“ geht von dem im offenen Containern gesammelten Fallwild aus. Fotos: hfr

Die UWG-Kreis Plön möchte den Jägern 25 000 Euro aus der Jagdsteuer für die Entsorgung des Fallwildes zurückzahlen. Die Jäger sind gesprächsbereit.

von
26. Juni 2015, 15:44 Uhr

Wenn ein Reh oder ein Wildschwein im Kreis Plön im Straßenverkehr getötet wird, dann landen die Kadaver des Fallwildes durch Mitarbeiter der Straßenbauverwaltung in einem Container. Und wenn ein Tier nachts verletzt einem Unfall entkommt, dann muss es sich oft bis zum Tod quälen.

Bis zum 1. April 2012 haben die Jäger der Kreisjägerschaft im Kreis Plön nachts unentgeltlich das verunfallte Wild von den Straßen eingesammelt oder nach mühsamer Suche bei Unfällen verletzt geflüchtetes Wild von seinem Leid erlöst. Seit Einführung der umstrittenen Jagdsteuer im Kreis Plön am 1. April 2012 werden jährlich zwar rund 100  000 Euro in die Kreiskasse gespült, doch die Jäger haben ihre unentgeltliche Arbeit mit dem Fallwild eingestellt. Der Kreis Plön übertrug die Entsorgung des Fallwildes dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein.

Die UWG-Kreis Plön beklagt mangelnde fachgerechte und hygienische Anforderungen bei der Entsorgung des Fallwildes. „Verendete Tiere werden in offenen Containern gesammelt oder liegen oftmals längere Zeit an der Straße“, beklagt Dr. Claus Thies. Das führe zu untragbaren Zuständen, insbesondere zu „ekelerregenden Geruchsblästigungen“. Die UWG wünscht sich, dass die Jäger wieder die Entsorgung des Fallwildes übernehmen. Dafür sollten sie 25 Prozent der Einnahmen aus der Jagdsteuer pro Jahr erhalten.

Norman Stoll, Sprecher der Kreisjägerschaft Plön, sieht erhebliche Probleme, das Fallwild in offenen Containern zu lagern. Das sei gerade in Anbetracht von Wildtierseuchen höchst fragwürdig. Jäger würden das Fallwild sofort entsorgen und bei Verdacht auf Wildtierseuchen sofort Untersuchungen zum Schutz des Tierbestandes einleiten. Probleme gebe es ohnehin, weil die Polizei aus Zeitgründen die Revierinhaber schon lange nicht mehr über Wildunfälle informiere. Stoll: „So gibt es eine große Dunkelziffer von Wildunfällen im Kreis Plön.“

Die Jäger begrüßen den Vorstoß aus der Kreispolitik, wollen sich aber nicht auf eine feste Summe einlassen. „Die Jagdsteuer ist nach wie vor nicht gerechtfertigt“, erinnert Norman Stoll an eine damals festgefahrene Diskussion um die Sache. Die Entsorgung des Fallwildes sei auch nur ein kleiner Teil der Jagdsteuer. 25 Prozent seien dafür zu wenig, denn die Kosten seien deutlich höher.  

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen