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Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 04:59 Uhr

Fahrradstadt bleibt Utopie

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Elisabethstraße für die Einrichtung eines Schutzstreifens ungeeignet / Plöner Straße weiter Thema

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Schwerer Rückschlag für die Fahrradstadt Eutin. Die von den Grünen und der Fahrradinitiative geforderte Einrichtung eines Schutzstreifens in der Elisabethstraße ist nicht möglich. Zumindest geht dies aus dem Radverkehrskonzept hervor, das am Mittwoch im Bauausschuss präsentiert wurde. Durch den 1,25 Meter breiten Schutzstreifen wäre der Verkehr an den Kreuzungen Lübsche Koppel und Weidestraße nicht mehr leistungsfähig abzuwickeln und es würde zu deutlichen Rückstaus kommen, heißt es in dem Bericht.

Der Grund hierfür liegt darin, dass durch die Verengung der Fahrbahn die Linksabbiegerspur zwangsläufig wegfallen würde. Verkehrszählungen hatten in der Elisabethstraße eine Spitzenbelastung von mehr als 1200 Fahrzeugen in der Stunde ergeben. Ganz ohne positive Nachrichten trat der Sachverständige Ronald Mehling vom VTT Planungsbüro aus Hamburg jedoch nicht vor die Kommunalpolitiker. So hätten seine Untersuchungen ergeben, dass immerhin die Plöner Straße für die Einrichtung eines Schutzstreifens geeignet sei. Hier seien die Ampeln an den Kreuzungen zur Bahnhofstraße und Albert-Mahlstedt-Straße leistungsfähig genug, um den Wegfall der Linksabbiegerspur zu verkraften.

Alexander Bauer von der Fahrradinitiative, der die Bauausschuss-Sitzung vor Ort verfolgte, sah gestern auf Nachfrage des OHA sowohl Licht als auch Schatten. „Wir sollten jetzt versuchen, den Schutzstreifen zumindest in der Plöner Straße umzusetzen. Damit würde man ein Zeichen für die Schulwegsicherung setzen“, erklärte er. Die Verkehrszählungen seiner Initiative seien durch das Planungsbüro weitestgehend bestätigt worden. Erfreut zeigte er sich darüber, dass auch das Planungsbüro ein Auslaufen der Schutzstreifen in den Kreuzungsbereichen der Plöner Straße für gefährlich hält. Hierzu heißt es in dem Gutachten zum Abschnitt rund um die Albert-Mahlstedt-Straße: „Den Schutzstreifen östlich des Kreuzungsbereiches auslaufen zu lassen, ist hinsichtlich der Gewährleistung der Radfahrersicherheit nicht empfehlenswert.“

Im Bezug auf die Fahrradstadt forderte Bauer erneute Gespräche von Verwaltung, Politik und Fahrradinitiative. „Wir müssen überlegen, was wir wollen und welche Opfer wir bereit sind zu bringen.“ Bei der Ausschusssitzung am Mittwoch gab es hierzu noch keine weiteren Ausführungen. Das Thema dürfte demnächst wieder auf der Tagesordnung stehen. Am Bekenntnis der Kommunalpolitik zur Fahrradstadt zweifelt Bauer jedoch. In der Tat sah man nach den teils ernüchternden Ausführungen des Planungsbüros nur bei den Grünen betretene Gesichter.

Unklar bleibt auch, welche Auswirkungen die Ergebnisse auf die Umwidmung der Weidestraße zur Fahrradstraße haben werden. Würde es zu einer solchen Einrichtung kommen, hätten Fahrradfahrer gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern absoluten Vorrang.

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