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Thema Sicherheit : Fahrradfreunde drücken aufs Tempo

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Um ihre Forderungen für die Weidestraße zu untermauern, betätigten sich Mitglieder der Fahrradinitiative Eutin als Verkehrszähler. Heute Abend berät der Bauaussschuss darüber.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2013 | 19:23 Uhr

Die Mühlen der Verwaltung mahlen langsam. Aus Sicht der Initiative „Fahrradfreundliches Eutin“ könnte es ruhig etwas schneller gehen. Deshalb sind einige Fahrradfreunde zur Tat geschritten: Um ihre Forderung nach einer fahrradfreundlichen Verkehrsführung in der Weidestraße zu bekräftigen, betätigten sich die Mitglieder der Initiative in der letzten Septemberwoche als Verkehrszähler.

An drei Tagen zählten sie den Verkehr auf mehreren Abschnitten der Weidestraße, wobei sie sich auf die Fahrzeiten der Kinder auf ihrem Weg von und zur Wisser-Schule konzentrierten: Am Montag von 7 bis 9 Uhr und von 12.30 bis 13.30 Uhr, am Dienstag von 12.30 bis 13.30 Uhr und am Donnerstag von 6.45 bis 8 Uhr sowie von 12.30 bis 13.30 Uhr wurde gezählt. Zur Spitzenzeit, von 7 bis
8 Uhr, waren 218 Pkw sowie
6 Lkw und Busse auf der oberen Weidestraße (der Teil
mit Kopfsteinpflaster) unterwegs. Zugleich nutzen 143 Radfahrer und 109 Fußgänger die Straße.

„Der Rad- und Fußgängerverkehr auf der Weidestraße ist gemäß den amtlichen Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen als mittlerer Nutzungsanspruch einzustufen, der Autoverkehr dagegen eher als unterer Nutzungsanspruch“, fasst Jens Rose-Zeuner die Ergebnisse zusammen. Zwar ist der Initiative klar, dass ihre Verkehrszählung keinen amtlichen Charakter hat und damit für die Stadt nicht zählt. Dennoch sehen die Mitglieder die enorme Bedeutung der Weidestraße als Hauptachse für den Radverkehr bestätigt. Das spricht aus Sicht der Fahrradfreunde auch klar gegen den schon einige Jahre alten Vorschlag, in der oberen Weidestraße lediglich einen Radweg (linksseitig auf die Bahnschienen zu) anzulegen, der in beide Richtungen benutzt werden müsste.

Auslöser für das Verkehrszählung war ein anderer Vorschlag, den das Planungsbüro „Höger und Partner“ im August im Bauausschuss vorgelegt habe, erklärt Wolfgang Gehm. Demnach seien zwar Fahrradstreifen an der Elisabethstraße vorgesehen, doch ausgerechnet der Kreuzungsbereich zur Weidestraße solle davon ausgenommen werden. Denn dort sollten die jeweiligen Linksabbiegespuren auf Elisabethstraße und Bürgermeister-Steenbock-Straße erhalten bleiben, womit kein Platz für Fahrradstreifen wäre. Aus Sicht Gehms ein unannehmbarer Vorschlag: „Gerade auf der Kreuzung sind Schutzstreifen nötig – das sieht auch eine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung so vor.“

Der Vorschlag der Fahrradinitiative ist klar: Die beiden Linksabbiegespuren verschwinden. Die verbleibenden Fahrbahnen werden zwar schmaler als die Linksabbiege- und Geradeausspur derzeit zusammen sind, sie sind aber mit 4,75 Metern einschließlich auch von Autos befahrbarem Schutzstreifen immer noch breit genug, dass zwei Pkw aneinander vorbeikämen. So würden Linksabbieger, wenn sie sich äußerst links einordneten, keinen Stau verursachen. Zugleich soll die Haltelinie für Linksabbieger von der Elisabethstraße in die Weidestraße um einige Meter zurückversetzt werden, so dass sich Radler davor aufstellen könnten. Damit sie ungestört links abbiegen können, soll der Gegenverkehr 10 bis 15 Sekunden später Grün bekommen. Eine zurückversetzte Haltelinie in Kombination mit einem Schutzstreifen schwebt der Initiative auch für die Kreuzung Plöner Straße - Albert-Mahlstedt-Straße vor.

Um den Vorschlag für die Elisabethstraße beurteilen zu können, wolle die Stadt nun erst einmal eine amtliche Verkehrszählung, erklärt Gehm. Auch dafür stehen die Fahrradfreunde parat: „Wenn es gewünscht wird, können wir da mitmachen.“ Die Wisser-Schule habe ebenfalls signalisiert, auf Wunsch Kräfte zu stellen.

Gehm hofft, dass sich die Stadt mit der Verkehrszählung beeilt: „Ich würde mir wünschen, dass in diesem Jahr noch ein Beschluss fällt.“ Und noch etwas erhoffen sich die Fahrradfreunde, macht Initiativen-Sprecherin Andrea Stolz deutlich: „Es wäre unser Wunsch, dass die Stadt ein Planungsbüro beauftragt, das Expertise in der Rad-
verkehrsplanung aufweist.“ Denn in der bisherigen Planung habe man die Berücksichtigung der Radfahrer schmerzlich vermisst.

 

In der Sitzung des Bauausschusses heute ab 18 Uhr im Rathaus soll die Verwaltung zum Sachstand bei den Themen „Schutzstreifen zur Schulwegsicherung“ und „Ausbau der Weidestraße“ berichten.

 



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