Fortbildung für Helfer : Extreme Situationen für die Retter

Die Einsatzkräfte der Eutiner Feuerwehren probten im holländischen Boxmeer mehrere Szenarien.  Fotos: Andre Lefens/hfr
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Die Einsatzkräfte der Eutiner Feuerwehren probten im holländischen Boxmeer mehrere Szenarien. Fotos: Andre Lefens/hfr

Einsatzkräfte der Eutiner Feuerwehren waren zur Fortbildung der Atemschutzgeräteträger im holländischen Boxmeer: 14 Atemschutzträger machten teilweise ganz neue Erfahrungen.

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05. November 2013, 00:33 Uhr

Damit die Einsatzkräfte der Eutiner Feuerwehren weiterhin auf so hohem Niveau retten, löschen und bergen können, müssen sie sich immer wieder qualifiziert ausbilden lassen. Für 14 Atemschutzgeräteträger stand bei einer Fortbildung im holländischen Bexmeer kürzlich ein aufregender Tag bevor.

Auf dem Programm stand dort eine Fortbildung mit Realfeuer. Nach einer theoretischen Einweisung ging es dann schnell in die Praxis: Es begann im ersten holzbefeuerten Brandraum mit der Demonstration der Entwicklung der Rauchschicht. Über den Köpfen der Eutiner Feuerwehrleute züngelten die Flammenzungen hinweg. Jeder spürte hier trotz der Schutzkleidung die enorme Hitzentwicklung und das „nur von ein paar Holzpaletten“.

Nächste Übungseinheit war die Durchzündung: Dabei wurden das Verhalten und das sogenannte Blocken einer Durchzündung von jedem Teilnehmer geübt. In einem weiteren Objektteil hatte man ein Zimmer nachgestellt – mit Sesseln, Regalen, einem Tisch und einem Papierkorb, der als Auslöser des Zimmerbrandes angesteckt wurde. Die Einsatzkräfte lernten: Bei einem Feuer gasen Gegenstände und Stoffe durch die Hitzeeinwirkung aus. Es bilden sich Pyrolysegase. Diese Gase sammeln sich an der Decke in geschlossenen Räumen. Daher besteht in solchen Räumen die hohe Gefahr einer Rauchdurchzündung, die eine rasante Brandausbreitung zur Folge hat. Das heißt, dass sich die vorhandenen Pyrolysegase von der Decke an in den gesamten Raum schlagartig entzünden. Das erlebten die Eutiner hautnah.

Am Nachmittag hatte jeder Trupp zwei Szenarien abzuarbeiten: Feuer im Einfamilienhaus, ein Kind wird vermisst: die Trupps mussten zuerst das „Kind“ im verrauchten Haus finden, in Sicherheit bringen und erst dann das Feuer bekämpfen. Dabei kam es natürlich zu einer Durchzündung.
Beim zweiten Szenario ging es um ein Feuer in einer Werkstatt im Kellergeschoss. Hier führte die enorme Hitzeentwicklung die bei solchen Bränden entsteht, zu einer enormen hohen körperlichen Belastung der Einsatzkräfte. Auch hier galt es, zuerst eine vermisste Person zu finden und zu retten und dann den Brand zu bekämpfen. Das anschließende Feedback war einstimmig: es war super, eindrucksvoll und realitätsnah. Die Einsatzkräfte nahmen viel aus dieser Fortbildung mit. Eine Wiederholung wollten sie nicht ausschließen.


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