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Ostholsteiner Anzeiger

24. Oktober 2017 | 14:03 Uhr

Eutin : Eva Pause feiert zum 24. Mal Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Viele Menschen kennen die heute 96-Jährige noch als Milchbar-Betreiberin

shz.de von
erstellt am 29.Feb.2016 | 10:43 Uhr

Wenn es nach Eva Pause ginge, dann würde um ihren 96. Geburtstag gar nicht so ein Aufhebens gemacht. Dabei gibt es allen Grund dazu. Nimmt man es genau, dann jährt sich der Tag ihrer Geburt erst zum 24. Mal. Denn die Eutinerin wurde an einem 29. Februar geboren.

Pause selbst findet ihre Geburt in einem Schaltjahr nicht als sehr aufregend. „Das wurde halt so hingenommen“, so ihre pragmatische Reaktion. Pragmatisch wurde auch immer gehandhabt, an welchem Tag in den Nicht-Schaltjahren gefeiert wurde: Mal am 28. Februar, mal am 1. März. Je nachdem, wie es grade passte. „Die Arbeit ging vor“, erinnert sich die frühere Betreiberin einer Milchbar am Eutiner Rosengarten 18. Das bedeutet allerdings nicht, dass nicht gefeiert wurde. „Manchmal bekam ich von unseren Gästen auch Blumen“, so Pause. Aber alle vier Jahre wurde „groß gefeiert“.

In der Familie sei ihr Geburtstag nichts Besonderes gewesen. „Mein Vater freute sich mehr darüber, dass ich ein Sonntagskind bin“, erinnert sie sich.

Heute lebt sie im DRK-Pflegezentrum in der Waldstraße. Zahlreiche Eutiner kennen Eva Pause aus ihrer Zeit in der Milchbar, die sie mit ihrem Mann Hermann am 1. Juli 1952 in der Straße Am Rosengarten 18 eröffnet hat. Auf der ersten Speisekarte der Milchbar gab es ein Glas Vollmilch für 15 Pfennige, Fruchtmilch kostete 32 Pfennige und einen Kakaotrunk bekam man für 25 Pfennige. Doch es gab auch exklusivere Spezialitäten in Form von Milch-Cocktails: Cherry-Flip oder Portwein-Flip kosteten 1,20 Mark. Einen „Kuß mit Liebe“, bestehend aus Eierlikörmilch und Kirsch, gab es 1953 für 91 Pfennige. Bis zur Schließung der Milchbar im Jahr 1973 stand die „Rose aus Eutin“ auf der Karte, ein Getränk aus Sahne, Whiskey, Weinbrand und Kirsch.

Nicht nur Eutiner waren Gäste: Die Sänger der Eutiner Festspiele ließen sich in den Anfangsjahren regelmäßig den Mittagstisch schmecken, oder auch 1956 die Schauspieler der Immenhof-Filme und das komplette Ensemble des Ohnsorg-Theaters im Oktober 1965.

In der Milchbar wurde oft gefeiert. Jedes Jahr Sparclub-feste, oder am Rosenmontag 1954 lud der Eutiner Elferrat zum Kappenfest in die Milchbar. 1973 ging die Ära zu Ende. An Eva Pause, als Eutiner Institution erinnern sich auch mehr als 40 Jahre später noch viele.

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