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Treffen der Außenminister : Eutins Polizisten sind im G7-Einsatz in Lübeck

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Drei Hundertschaften der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung machten sich am Montag aus Eutin auf den Weg nach Lübeck und Travemünde.

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erstellt am 14.Apr.2015 | 05:00 Uhr

Eutin/Lübeck | Es liegt eine besondere Stimmung in der Luft auf dem Gelände der Polizeidirektion für Aus-und Fortbildung (PD AFB) Eutin. Den ganzen Tag über fahren die erste und zweite Einsatzhundertschaft in kleinen Gruppen mit bis zu sechs Wagen verteilt in Richtung Lübeck – gefolgt von schwerem Einsatzgerät wie dem Wasserwerfer. Pressesprecher Dietmar Augstein erklärt: „Wir sind in der Vergangenheit dazu übergegangen, in Kleingruppen zu fahren, weil wir sonst den kompletten Verkehr zusammenbrechen lassen würden.“ Die einzigen, die in geschlossener Formation fahren, sind Beamte der dritten Einsatzhundertschaft mit ihrem Führer Jens Granzin. Start: 15 Uhr.

Ihr Auftrag: Versammlungsschutz für mehrere angemeldete Demonstrationen. Die erste begann gestern am späten Nachmittag: Mit einer sogenannten „Nachttanzdemo“ haben die Gegner des Treffens gegen die Flüchtlingspolitik der G7-Staaten protestiert – mit lauter Musik zogen sie vom Bahnhof durch die Altstadt zum Markt – begleitet von der dritten Einsatzhundertschaft aus Eutin.

Heute sind die Beamten der dritten Hundertschaft um Jens Granzin bei der Demonstration „Stopp G-7“ im Einsatz. Angekündigt waren allein rund 3000 Demonstranten für die Gegenveranstaltung zum Gipfeltreffen in der Hansestadt. Granzin: „Der Zug geht auch am Grass-Haus vorbei, Inwieweit das nach dem Bekanntwerden des Todes für uns eine Rolle spielt und Auswirkungen auf die Demo hat, werden wir aktuell sehen.“ Die eingesetzten Beamten erinnerte Granzin an die Außenwirkung: „Wir bewegen uns im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Verhalten Sie sich nur so, wie Sie auch fotografiert werden wollen.“

Wie sah die Vorbereitung für die Einsätze aus – nach den Eskalationen in Frankfurt? Jens Granzin, Erster Polizeihauptkommissar: „Wir waren in Frankfurt selbst nicht dabei. Und die Vorbereitungen für den Einsatz in Lübeck waren nicht anders als zu anderen Einsätzen von uns. Das Beeindruckende ist die Größenordnung.“

Von den 1600 Einsatzkräften aus Schleswig-Holstein sind rund 300 aus Eutin im Einsatz. Es ist der größte Polizei-Einsatz in der Geschichte der Lübecks, der die Ordnungshüter im Land schon lange im Vorfeld beschäftigte.

Jens Granzin, Führer der dritten Einsatzhundertschaft aus Eutin: „Wir haben lange im Voraus mit den Planungen begonnen, weil viele aus der zweiten und dritten Hundertschaft sonst in der Aus- und Fortbildung tätig sind. Wir mussten schauen, ob wir den Unterricht trotzdem aufrecht erhalten können.“ Doch das klappt nicht. Deshalb haben alle Auszubildenden im mittleren Dienst in dieser Woche Urlaub. Denn wenn die letzte Hundertschaft aus Lübeck und Travemünde am Mittwochabend in Eutin ankommt, heißt es für den Rest der Woche: Überstunden abbauen.

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