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Neues Angebot : Eutins erstes Eltern- und Stillcafé

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das Angebot ist gefragt: Mehr als zehn Frauen kamen aus Eutin, Oldenburg und Bad Schwartau.

Zehn Minuten vor offiziellem Beginn des ersten Eltern- und Stillcafés in der Familienbildungsstätte tummeln sich schon die ersten Babys samt ihren Müttern in der Kuschelecke. Auf dem Tisch steht frischgebackener Kuchen, Kaffee und Tee rund um einen bunten Tulpenstrauß. Im Nebenzimmer ist eine Spielküche aufgebaut für die größeren Geschwisterkinder.

„Wie schön, dass ihr gekommen seid“, freut sich die Stillberaterin Katrin Groth (27), die dreifache Mutter ist. Ihr selbst war es bei den ersten zwei Kindern nicht vergönnt zu stillen. „Bei meinem dritten Kind wollte ich mir das auf keinen Fall nehmen lassen“, sagt sie. Jetzt ist ihre Tochter Paula neun Monate, wird voll gestillt, „und wir sind rundum glücklich“, sagt sie. Katrin Groth möchte anderen Frauen Mut machen, sich für das Stillen zu entscheiden, „auch wenn die Anfangszeit schwierig sein kann, weil die Kinder auf der Intensivstation liegen oder es andere Komplikationen gab“. Stillen sei das beste für das Baby und oft genug habe sie es selbst erlebt, dass jungen Müttern viel zu schnell zur Flaschennahrung geraten werde oder sie sich selbst für das Abstillen entschieden, weil sie nicht genug Unterstützung erhielten oder die Durchhaltekraft nicht aufbringen könnten. „Ich möchte diese Frauen wirklich ermutigen“, so die 27-Jährige.

Nicht nur in Eutins erstem Stillcafé hilft sie bei Fragen. Im Rahmen des Besuchsdienstes, den die Familienbildungsstätte drei Mal wöchentlich in der Sana-Klinik anbietet, ist sie auch im Einsatz und hilft jungen Müttern bei Fragen. Ihr schönstes Erlebnis als frisch ausgebildete Stillberaterin: „Eine junge Mama aus Ratzeburg oder Mölln lag hier in der Klinik, ihr Kind auf der Intensivstation. Sie war total traurig über ihre ‚nur‘ zehn Milliliter. Ich hab’ ihr dann geraten, nicht aufzugeben, mit der Milchpumpe zum Kind zu gehen, es anzuschauen, um den Milchreflex schneller in Gang zu bringen. Es hat funktioniert. Mittlerweile stillt sie voll und ist super glücklich.“ Ihre Arbeit ist rein ehrenamtlich. „Jede Mutter kann stillen, das ist etwas vollkommen natürliches und es wäre unnatürlich, für die Beratung Geld zu nehmen“, sagt Groth. Bei weiten Anfahrten nehme sie hin und wieder fünf Euro für die Spritkosten – „aber das ist sehr selten“.

Simone Bruhn, seit August Leiterin der Familienbildungsstätte, freut sich über den großen Zulauf von mehr als zehn Müttern. „Es zeigt mir einfach, dass der Bedarf da ist. So etwas gibt es bisher noch nicht und die Möglichkeit des Austausches in gemütlicher Runde ist einfach wichtig.“ Noch ist das Angebot komplett auf ehrenamtliche Beine gestellt, dank Spenden einiger Firmen sei der Kauf einer Erstausstattung möglich gewesen. Aber vieles sei erstmal auch nur geliehen. „Wir hoffen auf weitere Unterstützer, die bereit sind, so ein einmaliges Projekt zu fördern“, sagt Bruhn.

Die anwesenden Mütter sind begeistert. „Es ist schön, hier einen Platz zu haben, an dem man sich zum Austausch und netten Gesprächen treffen kann und sogar größere Geschwisterkinder mitbringen kann“, sagt eine 29-Jährige. „Genau so ist es gedacht. Und Hilfestellungen oder Problemlösungen können sich aus Gesprächen ergeben und die Frauen können so ganz unverbindlich auch unsere weiteren Angebote kennenlernen“, sagt Bruhn.


Wann? Freitags 9.30 bis 11.30 Uhr, Dunckernbek 1, Tel.: 04521/6858.

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erstellt am 27.Feb.2016 | 12:00 Uhr

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