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Eutin : Eutiner Waldorf-Kita: Ermittlung eingestellt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das Verfahren gegen eine Erzieherin wurde beendet. Die Mutter bleibt dabei: „Ich glaube meinem Kind“.

shz.de von
erstellt am 20.Jul.2017 | 04:00 Uhr

Die Vorwürfe zweier Mütter wogen im Frühjahr schwer: Die Hand eines Dreijährigen sollen von einer Erzieherin über eine Kerze gehalten worden sein, er habe sich daraufhin Brandverletzungen zugezogen (wir berichteten). Gestern teilte die Lübecker Staatsanwaltschaft auf Nachfrage mit: „Das Ermittlungsverfahren gegen eine Erzieherin wegen Verdachts der gefährlichen Körperverletzung wurde mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt.“

Ulla Hingst, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, erklärte, dass es keine Zeugen gebe, weder Erzieher noch Kinder, die die Aussagen der Mutter bestätigten und etwas Derartiges gesehen hätten. Die beschuldigte 47-jährige Erzieherin habe die Tat bestritten. Bedeutend für die Staatsanwaltschaft sei aber auch die Einschätzung der Rechtsmedizinerin gewesen, die die Verletzungen an den drei Fingern des Jungen untersucht hatte. Sie kam zu dem Ergebnis, „dass das einmalige Halten über eine punktuelle Flamme, wie bei einer Kerze, als unwahrscheinliche Ursache für die Verletzung gilt“, zitiert Hingst aus dem Gutachten. Eher hält die Expertin eine flächenhafte Verbrennung für wahrscheinlich. Diese müsse allerdings nicht zwingend durch Hitze, sondern könne auch durch Kälte oder chemische Verätzungen entstehen.

Hingst betonte, dass für die Staatsanwaltschaft immer „der hinreichende Tatverdacht“ entscheidend sei, vor Gericht müsse die Anklage begründ- und beweisbar sein und Aussicht auf eine Verurteilung bestehen. „Dass es unwahrscheinlich ist, heißt nicht, dass es nicht so gewesen ist,“ so Hingst.

Die Mutter habe die Möglichkeit, gegen die Einstellung des Ermittlungsverfahrens Beschwerde einzulegen. Ob sie davon Gebrauch macht, blieb gestern offen. Sie sagte nur: „Ich glaube meinem Kind.“

Im Vorfeld hatte der OHA von einer zweiten Anzeige einer weiteren Mutter berichtet, unter anderem wegen „Ohrenziehens“. Nach Information unserer Zeitung soll auch dieses Verfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt worden sein.

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