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Kluger Kopf im Mittelpunkt : Eutiner Universalgelehrter

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ostholstein-Museum und Landesbibliothek widmen sich in einer Ausstellung Christoph Friedrich Hellwag

„Er war kein Kopf aus der allerersten Reihe geistiger Köpfe in Eutin“, sagt Dr. Frank Baudach, Leiter der Eutiner Landesbibliothek. Trotzdem widmen Landesbibliothek und Ostholstein-Museum Christoph Friedrich Hellwag eine gemeinsame Ausstellung. Denn Hellwag (1754 bis 1835) war nicht nur Arzt und Theologe, sondern auch umfassend interessiert an Mathematik, Philosophie, Physik, Literatur und Biologie. „Er war ein Universalgelehrter zu einer Zeit, als das Wissen bereits explodierte“, beschreibt Baudach, der beeindruckt davon ist, wie gründlich Hellwag seine Forschungen auf all diesen Gebieten betrieb.

Von Freitag, 30. August, bis zum 24. November beschäftigt sich die Ausstellung im Ostholstein-Museum mit diesem Universalgelehrten, der zwar nicht aus Eutin stammte, die Geschicke der Stadt aber für vier Jahrzehnte beeinflusste. Im Jahr 1788 kam Hellwag als Leibarzt von Friederike von Württemberg, Ehefrau des Oldenburger Großherzogs Peter Friedrich Ludwig, nach Eutin. Hier freundete er sich nicht nur mit seinem direkten Nachbarn Johann Heinrich Voß und mit Friedrich Leopold Graf zu Stolberg an, sondern gründete auch eine öffentliche Badeanstalt am Stadtgraben. Im Jahr 1801 führte der Eutiner Stadt- und Landphysikus die moderne Form der Pockenschutzimpfung in Eutin ein, drei Jahre später zählte Hellwag zu den Mitbegründern der „Eutiner Litterärgesellschaft“.

Seit 30 Jahren besitzt das Museum einen Teil des Hellwag-Nachlasses, die Landesbibliothek erwarb vor rund zwei Jahren einen weiteren Teil. Aus diesen rund 1500 bis 2000 Briefen, Dokumenten und Schriftstücken speist sich die Ausstellung. „Es hat ziemlich lange gedauert, den Nachlass zu sichten“, schildert Dr. Julia Hümme, Leiterin des Ostholstein-Museums. Mit der entstandeen Ausstellung aber ist sie sehr zufrieden. In verschiedenen Kapiteln werden die unterschiedlichen Facetten von Hellwags Persönlichkeit beleuchtet. „Es ist ein sehr schöner Querschnitt durch das Leben von Hellwag“, so Hümme.

Zu sehen sind viele Originaldokumente aus Hellwags Besitz, aber auch sein Arztschild, seine Dissertation, das Familiensiegel und Bücher, die der junge Hellwag sich anschaffte. Und ein Artikel, in dem Hellwag zum Thema „Schnürleiber“ schrieb: „Das allgemein drückende Elend der Welt, das durch die Männer verschuldet, sollte sich nicht noch durch erzwungenes Elend vervielfältigen.“ Der Artikel erschien am 3. Augsut 1811 in den „Eutinischen wöchentlichen Anzeigen“ – heute unter dem Namen „Ostholsteiner Anzeiger“ bekannt.

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erstellt am 27.Aug.2013 | 00:33 Uhr

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