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Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ : Eutiner Soldaten droht gefährlicher Einsatz in Mali

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Wahrscheinlich beteiligen sich Eutiner Soldaten 2016 an Militäroperation in Mali. Erinnerungen an Afghanistan werden wach.

Eutin | In der Rettberg-Kaserne kursierten bereits Gerüchte, jetzt haben sie sich konkretisiert: Soldaten des Eutiner Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“ könnten sich 2016 maßgeblich an einem Bundeswehreinsatz in Mali beteiligen, der ähnliche Gefahren wie die Afghanistan-Einsätze der Vergangenheit mit sich bringen dürfte. Die Wahrscheinlichkeit eines Einsatzes mit Eutiner Beteiligung sei „relativ groß“, erklärte Ostholsteins CDU-Bundestagsabgeordneter Ingo Gädechens gegenüber dem Ostholsteiner Anzeiger. Gädechens ist Obmann der Union im Verteidigungsausschuss.

Die Uno-Mission im Norden Malis gilt weltweit als die gefährlichste „Peacekeeping“-Operation: Immer wieder geraten Einheiten der rund 10.000 Mann starken Truppe unter Beschuss, mehr als 40 Soldaten wurden bereits getötet.

„Wir müssen Mali stabilisieren, sonst machen sich die Menschen auch von dort alle nach Europa auf den Weg“, sagte Gädechens. Neben der SPD hätten auch die Grünen bereits Zustimmung signalisiert. Er rechne damit, dass der Bundestag das Mandat im Dezember beschließen werde. Sollten die Eutiner dabei sein, wären sie Kern des Einsatzverbandes. Wie viele Soldaten aus dem 680 Köpfe starken Bataillon dann beteiligt wären, sei noch nicht abzusehen, sagte Gädechens.

Ein Sprecher von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen bestätigte, dass die Bundeswehr ihr Engagement in Mali durch den Einsatz von Aufklärern verstärken will. „Wir planen eine Ausweitung der Militäroperation Minusma im Auftrag der Vereinten Nationen – dabei spielt das Thema Aufklärung eine zentrale Rolle.“ Ministerin von der Leyen hatte vor zwei Wochen in einem Interview hervorgehoben, dass in Mali „dringend“ Einsatzkräfte gebraucht würden, „die aufklären, wo sich in diesem riesengroßen Land Terrorgruppen und Milizen bewegen“. Da könne die Bundeswehr „mit ihren hohen Aufklärungsfähigkeiten“ ab Frühjahr 2016 helfen. Derzeit leisten die Niederlande diese Arbeit. Von der Leyen räumte ein, dass „die Region um Gao gefährlich“ sei: „Wir unterschätzen die fragile Situation im Norden Malis nicht.“

„Ich gehe davon aus, dass das eine ähnliche Situation ist wie in Afghanistan“, sagte Gädechens. Diesem Gefahrenpotenzial müsse die Ausrüstung, etwa mit gepanzerten Fahrzeugen, Rechnung tragen. Laut Gädechens plant die Bundesregierung mit bis zu 450 Soldaten. Bislang stellt die Bundeswehr nur Transportflugzeuge für die UN-Mission bereit.

Welche Aufgaben hat das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“?

Das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ führt im Rahmen eines Großverbandes weiträumige bodengebundene und luftgestützte Lageaufklärung durch.

Dabei gewinnt das Aufklärungsbataillon Ergebnisse vorrangig durch Spähaufklärung, Gefechtsfeldradaraufklärung sowie den Einsatz von boden- und luftgestützten Sensoren. Aufklärungsergebnisse des Bataillons haben in der Regel Zieldatenqualität und können lageabhängig unmittelbar in artilleristische Wirkung umgesetzt werden.

In Ausnahmefällen kann das Bataillon - nach Verstärkung - Aufklärungsergebnisse erzwingen. Weitere Aufgaben des Aufklärungsbataillons sind Überwachen von großen Räumen und Flanken sowie Aufgaben im erweiterten Aufgabenspektrum.

 
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erstellt am 30.Okt.2015 | 11:16 Uhr

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