zur Navigation springen

Experte schlägt Fusion der Gymnasien vor : Eutiner Schullandschaft vor radikalem Umbruch

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Wolf Krämer-Mandeau präsentierte dem Schulausschuss einen spannenden Vorschlag.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2013 | 00:34 Uhr

Zwei Lösungen, eine große und eine kleine, präsentierte Schulexperte Wolf Krämer-Mandeau dem Schulausschuss am Dienstag. Und warnte die Politiker gleich zu Beginn der Sitzung vor. „Das wird wahrscheinlich kein einfacher Abend.“ Wurde es auch nicht, denn wenn es nach Krämer-Mandeau geht, sieht die Eutiner Schullandschaft in ein paar Jahren komplett anders aus.„Eutin hat aus sich heraus die Kraft für eine dreizügige Gemeinschaftsschule und ein dreizügiges Gymnasium – für mehr nicht“, prognostizierte der Leiter der Bonner Projektgruppe Bildung und Region angesichts der Entwicklung der Geburtenzahlen. Sorgen machte der Experte sich jedoch nicht um die Grundschulen. „Der Kampf um die weiterbildenden Schulen wird stärker“, ist sich Krämer-Mandeau sicher.

Angesichts der sinkenden Schülerzahlen müsse die Stadt aufpassen, dass sie nicht mehr Dächer baue, als sie für die Schüler brauche. Und genau hier setzte die „kleine Lösung“ von Krämer-Mandeau an. Statt auf dem Gelände der Wisser-Schule soll eine dreiteilige Turnhalle auf dem Güterbahnhof gebaut werden. Diese Halle könnten dann auch die Eutiner Grundschulen mit nutzen. Die alte Turnhalle der Gemeinschaftsschule sollte nach Fertigstellung der neuen Halle abgerissen werden und an gleicher Stelle ein Trakt für Mensa und Fachräume entstehen. In die bisherigen Fachräume der Wisser-Schule sollen die fünften und sechsten Klassen ziehen, die derzeit noch in der Schule am Kleinen See untergebracht sind. Und zu guter Letzt sollen, so Krämer-Mandeaus Idee, die Grundschüler vom Kleinen See in den dortigen Trakt der fünften und sechsten Klassen ziehen, der bisherige Grundschultrakt abgerissen und an dessen Stelle Wohnungen gebaut werden. Der Neubau einer Sporthalle hätte vor allem einen Vorteil, so der Schulexperte: „Eine mehrjährige Containerphase wäre nicht nötig.“

Auch an die Zukunft der Albert-Mahlstedt-Schule hat Krämer-Mandeau gedacht. Und kommt zu dem Schluss, dass die Förderschule mit derzeit rund 50 Schülern keine Zukunft hat. Stattdessen müssen alle Schulen die Inklusion der Förderschüler leisten. Hier sieht der Experte besonders auch die Gymnasien in der Pflicht. Bereits jetzt übernehme die Gemeinschaftsschule diese Aufgabe fast allein, so Krämer-Mandeau. „Es kann nicht sein, dass fast alle Inklusionsaufgaben bei nur einer Schule liegen. Hier müssen auch die Gymnasien rangehen“, forderte der Experte.

All dies bezeichnete er als die „kleine Lösung.“ Sollte sich die Stadt zusätzlich noch für die Fusion der Gymnasien (siehe Seite 1) entscheiden, so sei das die „große Lösung“.

Trotz dieser radikalen Vorschläge sollten die Politiker die Zukunft nicht zu negativ sehen, riet Krämer-Mandeau den Ausschussmitgliedern. „Eutin ist eine Schulstadt und soll es auch bleiben. Aber Sie müssen aufpassen, um die Schullandschaft nicht zu gefährden.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen