Beliebte Vornamen : Eutiner lieben Ben und Marie

Für Marion Klindt und ihren Mann stand sofort fest: 'Es wird ein Max.' Foto: Resthöft
Für Marion Klindt und ihren Mann stand sofort fest: "Es wird ein Max." Foto: Resthöft

Die bundesweiten Namens-Favoriten für Jungen sind in Ostholstein und Plön seltener. Dafür darf ein Mädchen aber "Eutin" heißen.

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09. März 2011, 10:48 Uhr

Eutin | Im Grunde genommen ist Goethe Schuld. Der Vater von Christiane Brandt (50) war ein großer Bewunderer des Dichterfürsten und benannte seine Tochter nach Goethes Gattin Christiane Vulpius. Bei dem 19 Monate alten Max hingegen stand der Name fest, lange bevor seine Eltern überhaupt wussten, dass er ein Junge wird. "Als ich schwanger wurde, sagte mein Mann: Das wird ein Junge, und er heißt Max", erklärt seine Mutter Marion Klindt.

Der eigene Name - egal ob man ihn mag oder nicht, los wird man ihn nur schwer. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) gab vergangene Woche bekannt, dass 2010 die beliebtesten Namen für Neugeborene in Deutschland "Maximilian" und "Sophie" lauteten. Auf Platz zwei landeten "Alexander" und "Marie".

Eine Erkenntnis, die sich so nur teilweise für Ostholstein und Plön bestätigen lässt. Zwar rangieren "Marie" und "Sophie" auch in den Erhebungen der Standesämter Eutin und Preetz ganz oben. "Maximilian" findet sich jedoch in Eutin erst auf Rang acht, in Preetz sogar erst auf dem elften Platz. Die Favoriten der Eltern waren "Paul" und "Noah" in Preetz sowie "Ben" und "Paul" in Eutin. Die Namen von Neugeborenen werden an dem Ort beurkundet, an dem das Kind geboren wurde. Meist also an Orten mit einem Krankenhaus.

Leicht ist diese Aufgabe für die Standesbeamten nicht immer. Sie müssen entscheiden, ob das, was sich die Eltern für ihren Nachwuchs ausgedacht haben, auch wirklich ein Name und zulässig ist. Laut der GfdS wurden 2010 Namen wie "Pfefferminza", "Junge" oder "Puppe" nicht erlaubt.

Entweder sind Nordlichter nicht so kreativ oder einfach bodenständiger. Denn weder in Preetz noch in Eutin musste in den vergangenen Jahren ein Vorschlag abgelehnt werden. Wobei Stephanie Jahn, leitende Standesbeamtin in Eutin, im vergangenen Jahr kurz davor war. "Als Eltern kamen und ihre Tochter ,Neele-Eutin nennen wollten, dachte ich dass das nicht geht", sagt sie. Ging aber doch, denn ein Gutachten der Uni Leipzig ergab, dass es sich hierbei um eine Variante des altdeutschen Namens Utina handelt.

Sonst aber finden sich relativ wenige ungewöhnliche Namen auf den Listen. Wobei ungewöhnlich ja auch immer relativ sei, denn man dürfe nicht den kulturellen oder religiösen Hintergrund der Eltern vergessen, so Jahn. Es gehe schließlich darum, den Eltern ihren Wusch zu erfüllen, sagt auch Frank Zimmerer vom Preetzer Standesamt. Er werte die Namensvorschläge der Eltern nicht. "Das steht mir gar nicht zu."

Dennoch finden sich in Eutin Namen wie Alver, Che und Illarion bei den Jungen oder Abeer, Carry oder Deik bei den Mädchen.

Auffällig ist, dass auch die beliebtesten Namen nicht allzu häufig vorkommen. In Eutin wurde "Marie" nur 43 Mal und in Preetz 14 Mal vergeben. Der Eutiner Spitzenreiter "Ben" wurde 20 Mal ausgewählt und sogar nur sieben Jungen heißen in Preetz jetzt neu "Noah". Groß ist hingegen die Zahl der verschiedenen Namen: Fast 400 unterschiedliche Mädchennamen wurden 2010 in Eutin vergeben.

Und manchmal hat der Name eines Babys auch keine große Bedeutung. ",Jette ist einfach schon immer mein Lieblingsname gewesen", erklärt Jessica Kreuschmer, wie ihre neun Wochen alte Tochter zu ihrem Namen kam.

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