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Über uns : Eutiner Geschichte aus dem „Anzeiger“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Regine Jepp liest die Eutiner Geschichte in historischen Zeitungsbänden.

von
erstellt am 25.Okt.2013 | 00:32 Uhr

Regine Jepp von der Bürgergemeinschaft ist Eutins eifrigste Zeitungsleserin. Sie hat sich in mittlerweile tausende Zeitungen des heutigen Ostholsteiner Anzeigers eingelesen. Davon partizipieren an der Heimatgeschichte Interessierte in den Vorträgen von Regine Jepp zum Thema „200 Jahre im Spiegel der Eutiner Presse“. Mittwoch ging es in ihrem Vortrag in der Landesbibliothek um das Thema „Vom Gründerwahn bis zum Jahrhundertende“.

Der Vortrag war die Fortsetzung einer Veranstaltungsserie der Bürgergemeinschaft. Regine Jepp berichtet darin über die Sicht der Heimatzeitung, des heutigen Ostholsteiner Anzeigers, auf das Eutiner Stadtgeschehen. Im Herbst 2010 startete die Bürgergemeinschaft eine Spendenkampagne zur Digitalisierung der seit 1802 in Eutin erscheinenden Heimatzeitung.

So sind die ersten 30 Jahre des Deutschen Kaiserreiches geprägt von Nationalstolz und Obrigkeitstreue auf der einen Seite und dem erwachenden Ruf nach Demonkratie und einer kritischeren Wahrnehmung der eigenen Situation auf der anderen Seite. Eine sehr dünne Oberschicht ist mit Privilegien und reichlich finanziellen Mitteln ausgestattet. Doch es entwickelt sich in Eutin in ersten Ansätzen eine Mittelschicht. Dadurch, so Jepp, unterscheidet sich die Zeit eindeutig vom restlichen 19. Jahrhundert und gibt einen ersten Eindruck auf die Entwicklung der kommenden Jahre.

Mit dem Abstand einiger Jahrzehnte wird deutlich, dass sich in Eutin nach dem gewonnenen deutsch-französischem Krieg eine ausgeprägte Adels- und Obrigkeitstreue ausgebreitet hat. Das Geschehen am Eutiner Schloss wird aufmerksam verfolgt. Regine Jepp beleuchtete mit Bürgermeister Albert Mahlstedt sowie dem Kunstmaler und Lebemann Johannes Vahldiek zwei Eutiner Persönlichkeiten. 1877 begann in Eutin der Einzug der „Telephone“ auch für häusliche Zwecke.

Besonderes Augenmerk legte Regine Jepp auf die Entwicklung des Fremdenverkehrs. Durch den Bau der Eisenbahn wurde auch der Fremdenverkehr als Wirtschaftszweig in Ostholstein erschlossen. Viele Gäste nutzten die Pfingstfeiertage für einem Besuch in der Holsteinischen Schweiz. Der Ukleisee wurde durch den damals überaus rührigen Gastwirt August Holzbach vermarktet. Er war zuvor Direktor im Janus’schen Voss-Haus. Später kam unter anderem eine von Johannes Janus gegründete erste Rundfahrt auf dem Kellersee hinzu.

Regine Jepp berichtete auch über Leserbriefe der damaligen Zeit. Leser beschwerten sich, dass Menschen quer über die Bahngleise gehen um von der Bahnhofstraße in die Elisabethstraße zu gelangen. Andere Briefe beschäftigten sich mit der Zerstörung von Alleen und Einzelbäumen.

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