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Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 14:25 Uhr

Eutiner geben gerne Spenden für die Tafel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nachahmen gewünscht: Sammelaktion gegen leere Regale und Alarmstimmung

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2015 | 09:35 Uhr

„Haben Sie einen Euro für die Tafel?“, fragt Angela Hohenberger (66) seit rund zwei Jahren hin und wieder die Menschen auf dem Eutiner Wochenmarkt. „Es ist wirklich toll, wie geberfreundlich die Eutiner sind“, sagt sie. „Das ist eine der wenigen nützlichen Dinge, die man vor Ort unterstützen kann“, sagt ein älterer Mann während er zwei Euro in die Sammelbüchse mit dem Tafellogo steckt. „Die brauchen es ja gerade wirklich“, nickt eine Frau und steckt ihren Zweier gleich hinterher. Angela Hohenberger freut sich darüber – auch, dass sie noch nie dumm angemacht wurde.

Eine innere Hemmschwelle musste sie dafür nicht überwinden. „Ich hab’ schon für den sozialen Dienst der katholischen Frauen und die Tafel gesammelt, als ich noch ein Geschäft in Eutin hatte“, sagt die diplomierte Modedesignerin. Ihr sei es immer gut gegangen und sie unterstütze gerne die Arbeit derer, die sich bemühen, dass es Ärmeren auch gut gehe.

Von den gesammelten Einnahmen kauft sie seit dem Sommer vermehrt losen Reis, Öl und Hirtenkäse. „Das wird nie gespendet, ist aber lange haltbar und wird von den Flüchtlingen oft nachgefragt.“ Für die deutschen Kunden der Tafel kauft sie Nudeln und Tomatensoße, „damit kann man besonders den Frauen mit Kindern eine Freude machen“, weiß Hohenberger.

Sie hofft, dass ihrem Modell viele in den anderen Gemeinden folgen werden. „Man liest ja immer, dass es den Tafeln so schlecht geht, aber ich bin davon überzeugt, dass in anderen Städten solche Sammelaktionen auch auf gute Resonanz stoßen würden“, sagt Hohenberger. Überreizen sollte man die Spendenbereitschaft jedoch nicht. Einmal im Monat komme sie seit dem Sommer über den Markt und an den angrenzenden Cafés vorbei. Ihre Erfahrung: „Wer hier etwas trinkt, der hat auch einen Euro für die Tafel.“

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