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Eutiner Festspiele: Statisten als kostümierte Umbauhelfer

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2017 | 00:53 Uhr

„Männer erkennen einfach nicht, wie viel Spaß das macht!“ So jedenfalls erklärte sich Dominique Caron, Intendantin der Eutiner Festspiele, dass zum Statisten-Casting für „Die Fledermaus“ kein einziger Mann erschienen war. Lediglich zehn Frauen hatten sich in der Opernscheune eingefunden.

Wobei „Casting“ nicht ganz das richtige Wort ist, denn niemand musste tanzen, singen oder sonst ein Talent unter Beweis stellen. Vielmehr schwärmte Caron von der Inszenierung und schilderte den angehenden Statisten, was sie erwartet: unter anderem ein offener Umbau zwischen dem zweiten und dem dritten Akt, bei dem die Statisten in ihren Kostümen vor dem Publikum mit anpacken müssen. „Dafür gibt es bestimmt Szenenapplaus“, versprach Caron.

Zur Einstimmung auf die Aufgabe als Statist legte Caron den Bewerbern nahe, sich die Geschichte von Johann Strauss’ „Die Fledermaus“ in Ruhe durchzulesen und sich im Internet die verschiedenen Versionen der Operette anzuhören. „Es ist ein Meisterwerk“, schwärmte Caron. „Die Musik ist wie Champagner!“

Insgesamt braucht Caron für die Produktion sechs oder sieben Statisten. „Ich kann schon schnell sehen, wen ich nehme“, sagte sie nach dem Casting. Die Leute müssten einfach zu den Rollen passen. Viel wichtiger aber sei, dass sie „sehr lebendig“ seien. „Und sie müssen bereit sein, Teil der Truppe zu werden.“

Nele Haß war bereits in den vergangenen beiden Jahren Teil der Truppe. Die 18-Jährige aus Sarau stellte im „Vogelhändler“ ein Blumenmädchen dar. „Wir sind wie eine Familie, auch die Statisten gehören richtig dazu“, erklärte die angehende Medizinische Fachangestellte, weshalb sie wieder dabei sein will. „Ich finde es toll, auf der Bühne zu stehen“, sagte Nele Haß, die auch schon in dem Kinofilm „Bibi & Tina“ als Statistin zu sehen war. Ihre Rolle als Blumenmädchen hatte für sie auch einen weiteren Nebeneffekt: „Ich habe mich mit der Solistin, die meine Mutter spielte, angefreundet. Die hat mir sogar ein paar private Gesangsstunden gegeben.“ Erfahrungen wie diese wünschte sich auch Petra Scheer aus Malente. Die frühere Berufsschullehrerin war noch nie irgendwo Statistin. Der Entschluss zur Bewerbung sei spontan gefallen. „Im Mittelpunkt zu stehen, ist eigentlich nicht so meine Sache“, schilderte sie. Sie hoffe, dass die Stisten-Rolle eine persönliche Bereicherung werde. „Ich möchte Neues lernen und an meine Grenzen gehen.“ Eine Sache überraschte sie bereits beim Casting. „Ich finde es toll, dass man als Statist mehr darf als nur eine Fahne halten.“

Wen Dominique Caron auswählt, das erfahren die Bewerber im Laufe dieser Woche. Probenbeginn ist dann am 13. Juni, Premiere der „Fledermaus“ am Sonnabend, 8. Juli.

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