Eutiner erfüllt sich seinen Traum

Nach 4120 Kilometern ist der Eutiner Andreas Lorenz von seiner Vegan-Bike-Tour durch Skandinavien wieder wohlbehalten zurück.
Nach 4120 Kilometern ist der Eutiner Andreas Lorenz von seiner Vegan-Bike-Tour durch Skandinavien wieder wohlbehalten zurück.

Mit veganer Ernährung: Andreas Lorenz radelte 4120 Kilometer durch Skandinavien – und kam schneller als geplant wieder zu Hause an

shz.de von
28. August 2017, 00:39 Uhr

Nach 127 Tagen, 4120 Kilometern und der Überwindung von insgesamt 38  100 Höhenmetern nimmt er seine Ehefrau Karen in Eutin wieder in die Arme. Andreas Lorenz ist braun gebrannt und durchtrainiert zurück von seiner privaten Abenteuertour mit dem Fahrrad bis nach Bergen. Das Besondere dabei: Ausschließlich vegane Ernährung.

„Es ist so schön, wieder Zuhause zu sein“, freut sich der Eutiner Diplom-Psychologe. Seit Mai war er in Skandinavien unterwegs gewesen, von Eutin nach Kopenhagen, weiter nach Stockholm und Oslo bis nach Bergen, dann quer durch Dänemark heim in die ostholsteinische Kreisstadt. Zweimal besuchte ihn seine Frau unterwegs. Zum Schluss packte ihn dann wohl der sogenannte „Stalldrang“. „Die letzten Etappen durch Dänemark zogen sich zwar ordentlich, dennoch bin ich eher zu Hause als geplant“, berichtet der 66-Jährige. Er hatte sich eigentlich fünf Monate Zeit gelassen für die Radreise.

Wer im Internet auf seinem Blog www.veganbiketravel.com seine Fahrt verfolgte und vielleicht in Gedanken mitradelte, ist sicher fasziniert von den Landschaftseindrücken, die Lorenz fleißig in etlichen Fotos festhielt und der ungeheuren Gastfreundschaft, die er schilderte. Denn nicht immer schlief er im mitgenommenen Zelt: „Couchsurfing kann ich nur jedem empfehlen, der Menschen treffen möchte, die echtes Interesse an Begegnungen haben.“ Dabei lernte er völlig unterschiedliche kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten kennen, vom Zimmer in der Luxusvilla bis zum Bett in einer Wohngemeinschaft. „Die Menschen waren alle herzlich, aufgeschlossen, vertrauensvoll und das in einer Zeit, in der oft Ärger und Misstrauen vorherrschen. Besonders berührt hat Andreas Lorenz die Begegnung mit einer Frau aus Somalia, die ihm in ihrem Einzimmer-Appartement das Bett überlassen und selbst auf der Couch schlafen wollte. „Da habe ich meine Isomatte ausgerollt. Wir haben sogar noch gemeinsam mein 60-Kilo-Fahrrad durch die kleine Wohnung auf den Balkon geschleppt. Und am nächsten Morgen gab sie mir selbstgebackenes Brot mit auf den Weg. Unglaublich freundlich.“

Weder gesundheitliche Probleme, noch Fahrradpannen beeinträchtigten die Tour. Unterschätzt hat der Eutiner allerdings, dass es in Skandinavien so schwierig sein würde, veganes Essen zu bekommen. Und seine mitgenommene Saftpresse erwies sich als Flop, da es oft an einer stabilen Unterlage für den Betrieb mangelte. Durch Vorräte, die er sich teils schicken ließ, Rohkost und frische Kräuter aus der Natur schaffte er es dennoch, seine Ernährungsweise konsequent durchzuhalten. „Wir haben hier einen Super-Standard in Deutschland. Die Geschäfte bei uns sind top, was das angeht“, lobt Lorenz.

Nach den Blümchen für seine Liebste, Sekt für Freunde und Nachbarn und einem frischen Kaffee mit Hafermilch zieht Andreas Lorenz ein erstes Fazit: „Ich habe mein Abenteuer nicht nur geträumt, sondern den Traum realisiert. Das kann jeder, einfach losfahren.“


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