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Sprachrohr der regionalen Wirtschaft : Eutiner Björn Prölß führt den IHK- Regionalbeirat

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ein 40-jähriger IT-Unternehmer aus Eutin will im IHK-Gremium neue Akzente setzen und Bewährtes pflegen. Als Schwerpunkt der ersten Sitzung des Personalbeirates wird das Thema "Schnelles Internet" behandelt.

„Ich habe mich nicht beworben, ich bin gefragt worden. Und als Lokalpatriot habe ich mich verpflichtet gefühlt, das Amt anzunehmen.“ Der Eutiner Björn Prölß (40) hat eigentlichen genug „um die Ohren“: Er ist Geschäftsführer eines florierenden Unternehmens mit zwölf Mitarbeitern in der IT-Branche, er ist verheirateter Vater von zwei kleinen Kindern und er pflegt das Hobby Feuerwehr. Trotzdem hat er den Vorsitz im Wirtschaftsbeirat Ostholstein der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck übernommen. Im September hat die Vollversammlung dies bestätigt.

Prölß tritt die Nachfolge von Christoph Andreas Leicht an. Der Chef des Hansa-Parks hatte den Regionalbeirat über viel Jahre zum Sprachrohr der ostholsteinischen Wirtschaft gemacht.

An diese Tradition will Prölß anknüpfen, durchaus in Kenntnis der Tatsache, dass Leicht die Latte für seine Nachfolger hoch gelegt hat. Die Themen, mit denen sich der 33-köpfige Beirat auch in Zukunft beschäftigen wird, seien weitgehend vorgegeben, sagt Prölß.

Als Thema der ersten Tagung des Wirtschaftsbeirates Ostholstein, die am 22. Oktober stattfinden wird, hat sich Björn Prölß einen Bereich vorgenommen, von dem er viel versteht: schnelles Internet im ländlichen Raum.

„Wir haben Experten aus Neumünster eingeladen. Dort haben die Stadtwerke im Umland etwa 15 000 Glasfaser-Anschlüsse gelegt. Wir wollen mal hören, ob sich das bei uns nicht auch machen ließe.“

Denn das Problem des unzureichenden Internetzugangs habe unmittelbare wirtschaftliche Konsequenzen: „Unsere Firma sitzt im Gewerbegebiet und hat einen Internetanschluss mit 6000 K-bit, privat zuhause habe ich 35 000.“ Als Unternehmen, das auf schnelles Übertragungsraten angewiesen sei, werde die Situation zum Wettbewerbsnachteil.

Die von Björn Prölß 1999 mitgegründete Firma HPL Technology ist führende Anbieterin in der Region für Ferndatenmanagement-Systeme zur Vereinfachung interner Abläufe in Unternehmen. Automatisierte Fahrtenbücher, Lieferscheine oder Dokumente zur Arbeitszeit- und Leistungserfassung: HPL bietet Lösungen für Unternehmen in vielen Branchen, wenn es darum geht, mobile Daten im Unternehmen zu transportieren, zu erfassen oder auszuwerten. Als weiteres Standbein bietet HPL Überwachungssysteme für Maschinen und Geräten per Ferndiagnose.

Bemerkenswert sei, so Prölß, dass andere ländliche Regionen des Landes weiter seien als Ostholstein, obwohl die auch keine anderen Rahmenbedingungen hätten. Von daher lohne es sich, sich erfolgreiche Projekten anzuschauen.

Ein Dauerthema für den Wirtschaftsbeirat werde natürlich über viele Jahre hinweg die Hinterlandanbindung der Fehmarnbelt-Querung bleiben. Weiteres brennendes Thema sei der Fachkräftemangel, und das gelte für alle Branchen vom verarbeitenden Gewerbe über das Gesundheitswesen bis zur Gastronomie. „Wenn man mit jungen Leuten zum Beispiel in Oldenburg spricht, dann wollen die alle zu Firmen wie Bosch, BMW oder Siemens. Wenn man sie fragt, ob sie Kuhnke in Malente kennen, gibt es Kopfschütteln.“ Da müsse viel Aufklärungsarbeit geleistet werden, sowohl bei der Jugend als auch bei den Betrieben, die bei der Suche nach Fachkräften vor wachsenden Herausforderungen stünden.

Mit stets wechselnden Tagungsorten des Beirates habe er auch vor, produzierenden Betrieben mehr Bekanntheit zu verschaffen. Der Tourismus sei unbestritten führende Branche im Kreis, aber es gebe auch bedeutende Industriebetriebe, die sich oft unterrepräsentiert fühlten. Im übrigen sei er dankbar für
Anregungen in Hinsicht auf Themen und Amtsführung.

Er habe sich aber vorgenommen, dass im Beirat keine Diskussionen geführt würden, die es in anderen Gremien der IHK auch gegeben habe. „Mir liegt viel daran, dass wir keine Themen behandeln, die woanders schon längst ,durchgekaut‘ sind.“

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erstellt am 10.Okt.2013 | 17:30 Uhr

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