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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2017 | 03:38 Uhr

Eutin vergibt den Auftrag für Peterstraße

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Trotz enormer Preissteigerung: Unternehmen bekommt Zuschlag / Kritik an Ausschreibung

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2017 | 00:35 Uhr

Leicht gemacht haben es sich die Mitglieder des Bauausschusses am Mittwochabend offensichtlich nicht. Erst nach über einer Stunde Diskussion im nichtöffentlichen Teil, verkündete die Vorsitzende Monika Obieray: „Die Vergabe für die Peterstraße ist mehrheitlich beschlossen worden.“ Für die Bürgerinitiative, die den Stopp der geplanten Sanierung erreichen wollte, ist damit Schluss.

Marcus Gutzeit, einer der drei Gründer der Bürgerinitiative „Erhalt des historischen Eutins“ sagte: „Ich habe befürchtet, dass es so kommt. Aber immerhin drei Gegenstimmen zeigen, dass nicht alle damit einverstanden sind.“ Für künftige Sanierungsschritte hoffe er auf offene Ohren zu stoßen, sonst sei er überzeugt, dass sich auch beim Markt genug Unterstützer einer Initiative gegen die Vollsanierung finden.

Schon im Vorfeld des Ausschusses war bekanntgeworden, dass sich allein der Anteil der Stadt von ursprünglich 667  000 Euro plus Mehrwertsteuer auf rund 1,45 Millionen Euro im Angebot der einzig verbleibenden Firma erhöht haben soll (wir berichteten). Doch die Idee, aufgrund der enormen Kostensteigerung erneut auszuschreiben, fand keine Mehrheit. Ein wichtiger Entscheidungsgrund war die Bürgerinitiative. „Wenn wir jetzt nicht vergeben und ein Jahr warten, formiert sich die BI und das hätte negative Folgen. Wir würden die ganze Innenstadtsanierung gefährden. Wir müssen jetzt bauen, jetzt stehen Fördermittel bereit“, sagte Olaf Schmidt auf Nachfrage (fraktionslos). Malte Tech (FWE) kritisierte die Art der Ausschreibung, die „jeden Unternehmer abgeschreckt hätte“. Doch genau diese Detailplanung sei das Ergebnis enger Zusammenarbeit mit der Kaufmannschaft und dem Wunsch, so schonend wie möglich in der Peterstraße zu bauen, sagte Noch-Bauamtsleiter Bernd Rubelt. Gegen die Kritik, die an der Verwaltung geübt wurde, verwahrte sich Rubelt gestern: „Der Vorwurf, wir hätten die Ausschreibung zu spät rausgegeben, ist nicht richtig.“ Bereits im Januar sei das Vorhaben angekündigt worden, die unternehmen haben Bescheid gewusst, so Rubelt. Zehn haben insgesamt die Unterlagen abgefragt, zwei ihr Angebot abgegeben. Doch nur eines blieb übrig. Rubelt: „Wir können nur diejenigen berücksichtigen, die die Bedingungen erfüllen.“ Kritik hagelte es auch für die enorme Kostenexplosion. „Wir haben bestmöglich geplant, zwei externe Ingenieurbüros haben dies unabhängig voneinander geprüft und für okay befunden. Dass die Antwort des Marktes jetzt so viel teurer ist, mag auch an der Komplexität der Maßnahme und der Marktentwicklung generell liegen“, so Rubelt. Anfang Mai soll die Baustelle eingerichtet werden.

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